01.10.2001 11:20:00 MEZ
75 mal erschienen: "Camera Austria"
Im Mittelpunkt des Jubliläumsbands der Fotografiezeitschrift stehen Arbeiten von Pierre Bourdieu

Graz - Die Jubiläumsausgabe der in Graz erscheinenden Fotografiezeitschrift "Camera Austria" ist einer bisher unbekannten Facette des Werkes von Pierre Bourdieu gewidmet: Der Soziologe bediente sich während seiner ethnologischen Forschungsarbeiten in Algerien während der 50er und 60er Jahre systematisch der Fotografie. Ein Ausschnitt dieser Arbeiten wird im neuen, soeben erschienenen Heft präsentiert. Das Entstehen dieser Bilder, ihr wissenschaftlicher und methodischer, aber auch biografischer Kontext sind Themen eines Gespräches, das sich ebenfalls im Band Nr. 75 findet.

In seinem Essay "African Photography in Contemporary Visual Culture" untersucht Kobena Mercer Ausstellungsobjekte und Publikationen, die in den 90er Jahren zur afrikanischen Fotografie entstanden sind. Mit ihnen stellt er die unterschiedlichen kulturellen Praktiken, die damit verbundenen Diskurse und historischen Hintergründe zur Diskussion. In diesem Zusammenhang werden auch die Videoarbeiten von Marcel Odenbach beleuchtet. In diesen reflektiert der Künstler das Bild des "schwarzen Mannes".

Weitere zeitgenössische künstlerische Positionen werden in den Beiträgen von und über Paul Druecke und Ulrike Lienbacher vorgestellt. Maren Lübbke untersucht in ihrem Essay Techniken der geschlechterpolitischen Entdifferenzierungen im Kontext historisch relevanter Positionen bei Ulrike Lienbacher. David Robbins liefert einen Beitrag über das "Social Event Archive" von Paul Druecke. Das Archiv setzt sich aus privaten Aufnahmen zusammen. In der Zusammenstellung der unterschiedlichen Arbeiten entsteht eine Übersicht über politische und private Bilder. (APA)


Quelle: © derStandard.at