| Salzburger Nachrichten am 31. August 2005 - Bereich: kultur
Viel Kunst, viel Sicherheit
Artex-Kunstdepot Das Areal unweit der Gasometer im elften Wiener Gemeindebezirk wird
schon bald zu den sichersten Orten Österreichs zählen - zumindest sollen
das zig Überwachungskameras, Bewegungsmelder und strenge
Zutrittskontrollen garantieren. Ein wenig vermittelt das neue
Artex-Kunstdepot das Gefühl, man befinde sich im amerikanischen Fort Knox.
Doch in dem Bau sollen keine Goldreserven verwahrt werden, sondern
Kunstwerke. Die Betreiberfirma "Artex-Art Services", die das Depot am 13. September eröffnet, will
mehr sein, als nur Lagerstätte für Kunstgüter. So wurde um über fünf
Millionen Euro auf einer Gesamtfläche von 5500m² ein "Logistikzentrum für
Kunst" errichtet, das neben der Lagerung wertvoller Werke auch andere
Dienstleistungen bietet: Vom Transport bis zum Gestalten einer Ausstellung
reicht die Produktpalette. "Uns gibt es ja schon seit 15 Jahren, jetzt
haben wir uns eben am neuen Standort maßgeblich erweitert", sagt
Geschäftsführer Horst Campman. Deshalb vertrauten schon seit Jahren
renommierte Wiener Häuser, wie die Albertina, das BA-CA-Kunstforum, aber
auch das Guggenheim-Museum in Bilbao Artex ihre Anliegen an. "Wir haben es
uns zur Aufgabe gemacht, alle erforderlichen technischen,
konservatorischen und logistischen Dienstleistungen für die Realisierungen
von Ausstellungen zu schaffen", präzisiert Campman. Doch nicht nur Museen,
auch Künstler oder Sammler sollen vom Knowhow des Unternehmens
profitieren: Zum Kubikmeterpreis von etwa 15 Euro pro Monat steht das
Depot jedem offen. Neben der allgemeinen Sicherheit lässt sich dabei auch
die Gewissheit erkaufen, dass das Objekt vor Flammen geschützt ist. Durch
ein Reduktionsverfahren wird der Sauerstoffanteil auf 15 Prozent abgesenkt
- unter diesen Bedingungen kann kein Feuer ausbrechen. Die Polizei
benötigt nach Unternehmensangaben keine zwei Minuten, um vor Ort zu sein.
Kein Wunder: Der geschätzte Versicherungswert der Kunst-Lagerhalle beträgt
500 Millionen Euro. HUBERTUS SEIDL |