Auch Miss Japan war in Linz – und interviewte für einen japanischen Privatsender, der vom Festival Ars Electronica berichtete, Festival-Leiter Gerfried Stocker, der sich von der schönen Japanerin sehr angetan zeigte. Aber auch die vielen weiteren Besucher erfreuten ihn: mehr als 72.000 an den sechs Festival-Tagen. Das ist bisheriger Besucherrekord.
Trademark Ars Electronica
30 Jahre Festival Ars Electronica. Eine lange Zeit. Noch dazu auf dem sich rasant entwickelnden Gebiet der Digitalisierung und Technologisierung von Kunst. In diesen drei Jahrzehnten ist die Zahl der akkreditierten Journalisten und teilnehmenden Künstler – heuer 565 Journalisten aus 38 Ländern und 800 Künstler aus 31 Ländern – kontinuierlich gewachsen, ebenso wie die Bedeutung des Festivals weit über Österreich hinaus.
Ars Electronica ist zu einer Trademark für die Stadt Linz geworden. Hat der Stadt den Stempel der modernen, innovativen und experimentierfreudigen Medienstadt aufgedrückt. Linz wird international mit Ars Electronica verbunden. Und auch die Linzer Bevölkerung – egal, ob sie das Festival besucht oder nicht – hat so etwas wie Stolz auf dieses Festival entwickelt.
Das Bemühen aber, das Festival auch zum Publikum vor Ort zu bringen, ist im Vergleich zu den Anfangsjahren kleiner geworden. Die sinnlich erlebbaren, zum Staunen animierenden Performances gibt es kaum mehr. Was auch Zeichen der Zeit ist: Denn das Internet bietet neue Räume für globale Performances und hat den Veranstaltungssaal abgelöst.
Fachpublikum
Das Festival ist immer mehr zum Treffen für Fachleute geworden. Interessant wie immer sind die hochkarätig mit Fachleuten aus vielerlei Gebieten besetzten Symposien, für die es allerdings viel Zeit braucht, um eintauchen zu können in die lehrreichen Diskurse und Diskussionen über gesellschaftlich relevante Themenkreise. Das Festival hat sich sehr oft als Vordenker-Plattform erwiesen mit Themen wie Online-Überwachung, Nanotechnologie oder Info War. Themen, die nun aber schon Alltag geworden sind.
Wohin sich also orientieren, um am Puls der Zeit zu bleiben? Hin zu den Themenkreisen Bio- und Gentechnologie, die unser Leben, unsere Zukunft wohl stark beeinflussen werden. Dementsprechend gab es heuer das Thema „Human Nature“, die vom Menschen gemachte Natur. Symbol dafür ist „Edunia“ von Eduardo Kac. „Edunia“ ist eine neu geschaffene Lebensform, entstanden durch die Kreuzung des genetischen Codes des Künstlers mit der einer Petunie. Darf ein Künstler überhaupt so weit gehen?
Das Thema bleibt
Die Diskussionen über „Edunia“ – wegen Schwierigkeiten mit der Einfuhr nur auf Videos und Fotos noch bis 4. Oktober bei der Cyberarts-Ausstellung im OK zu sehen – werden noch lange anhalten. „Edunia“ soll aber ab 2010 als fixer Teil der Ausstellung im Ars Electronica Center nach Linz geholt werden.
Das Themengebiet um Bio- und Gentechnologie, um Hybrid Art und Biotech-Kunst wird mit Sicherheit unsere Gesellschaft weiter beschäftigten – und somit auch im kommenden Jahr Thema des Festivals sein, das nach wie vor eines der weltweit bedeutendsten Medienkunstfestivals ist.