"Temporäre Gebäude errichten hat etwas mit Städtebau zu
tun." Wolf D. Prix erklärte in Wien, warum Coop Himmelblau bei der
Schweizerischen Landesausstellung Expo.02 mitmachen wollte. "Weil
Österreich die Expo nicht gewonnen hat, und weil Pipilotti Rist, eine
Künstlerin, das Konzept erstellt hat."
Mit drei 50 Meter hohen Türmen ist das Architekten-Team
von 15. Mai bis 20. Oktober in der Schweiz vertreten. Auf einem
Steg im Bieler See (Arteplage) ragen sie empor. Die Türme aus
"transparenter Folie" werden mit unterschiedlichem Licht bestrahlt. "Da
entsteht am Tag und in der Nacht ein anderes Gesicht." Ein Turm enthält
außerdem eine Ton-Installation - ein visuell-klangliches Erlebnis also.
Die Konstruktion ist das Wahrzeichen des Ausstellungsorts Biel.
Vier Ausstellungsorte sind es insgesamt: Biel-Bienne,
Murten-Morat, Neuchâtel und Yverdon-les-Bains. Die Leiterin der
Ausstellungen, Eva Afuhs, beschreibt das Schema: "Es sind fünf Kantone
beteiligt, vier Arteplages, drei Seen machen mit, zwei Sprachen
(französisch und deutsch) - und das Ganze soll eine Einheit ergeben."
Eine Einheit aus verschiedenen Kulturen, differierenden
Sprachen. Warum man die Identitätsschau jetzt veranstaltet? "Die Schweiz
ist in Bewegung aufgrund des Jahrtausendwechsels."
Der Inhalt der Ausstellung sei keine "triumphale
Selbstdarstellung", sagt der Schweizer Botschafter in Wien, Johann Bucher.
Es gehe darum, sich "im Spiegel der Sicht von außen selbst erkennen zu
können". Dazu müsse sich die Schweiz "a) selbst befragen und b) selbst
darstellen." Die Fragen "Wer sind wir? Wohin führt der Weg und woher
kommen wir?" sollten beantwortet werden.
Kosten läßt sich das die Schweiz etwa 1,4 Milliarden
Franken (960 Millionen Euro). Etwa ein Drittel davon finanziert die
Wirtschaft. Ein weiteres Drittel soll durch den Ticketverkauf
hereingebracht werden. Den Rest steuert der Bund bei. ade
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