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Museum auf Abruf: Ausstellung "Schwarz/Weiß"

Variabler Grauwert und pastoses Ornament

Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer

Debattieren Sie mit!Am Ende einer Trilogie von geometrischer Abstraktion ("Strenge Kammer") und Monochromie ("Vom Selbstzweck der Farbe") wird nun die Ausstellung "Schwarz/Weiß. Kontrast. Reduktion. Konzentration" im Museum auf Abruf bis 15. Juni präsentiert. Die zum Teil unbunte Farben und gestische Aktion verbindenden Werke aus der Kunstsammlung der Stadt Wien stammen von 19 Künstlerinnen und Künstlern aus Österreich. Gestik und offene Pinselführung vertreten Lore Heuermann, Hannes Mlenek, Rudolfine Rossmann, Gerhard Jaschke und mit Einsatz von Ruß Otto Zitko und Rudolf Heller. Das Unbunte und das Konzeptuelle interessieren Klaus Dieter Zimmer mit seinen Boden- und Wandobjekten bzw. Rudi Stanzel.
Die restlichen Positionen sind schwerer über einen Kamm zu scheren: Walter Berger agiert mit Spiraldrehung und Farbdripping, die zentripedale Bewegung ist auch für Christian Stock wesentlich. Ingrid Walds versteckte Ironie mit ihrem Zebrasessel plus drei Bildern steht auch als Kontrapost zu ihrer sonst bunt-floralen Thematik. Karl-Heinz Ströhle befragt nicht nur die Abstraktion wie die Malerei selbst, er nimmt mit "Blub" auch eine Haltung zwischen Raum- und Flächenwirkung ein.
Tobias Raphael Pils übermalt Grafisches mit Tuscheseen in ähnlich selbstimmanenter Betrachtung; Ornament und Handschrift mixen Christoph Luger und Georg Bernsteiner. Andreas Fiala benützt die Auflösungsqualitäten von Wachs und Foto mit Hilfe extremer Rasterung zur Verzerrung eines Musters.
Schon einmal in der Reihe war Jakob Gasteiger mit seinem haptisch gestalteten Oberflächenreliefs zu sehen - hier sind er und Tone Fink die Materialfetischisten in Richtung plastisches Objekt, Franz Grabmayr schichtet breite Pinselzüge wie Ziegel zu einem "Wurzelstock".
Allen gemeinsam ist neben dem meist großen Format die Breite der subjektiven Möglichkeiten am Weg von Weiß nach Schwarz. Die Reduktion ist ein seit Malewitsch von den Künstlerinnen und Künstlern als wesentlich erkannter Aspekt. Die gesammelten Kataloge des Museums auf Abruf gibt es nun zusammen auch im Schuber; wie immer läuft ein musikalisches und literarisches Begleitprogramm parallel.

Erschienen am: 07.05.2002

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