| Salzburger Nachrichten am 10. Jänner 2003 - Bereich: kultur
Schauplatz für Förderung und Austausch
Die Landesgalerie im Salzburger Trakl-Haus feiert 30. Geburtstag
SALZBURG (SN-hb). Das Land Salzburg hat 1972 im Geburtshaus von Georg Trakl Räume angemietet, die es für Galeriezwecke nutzbar machte. 1973 wurde diese Tätigkeit aufgenommen, zunächst unter der Ägide des Salzburger Kunstvereins, dann ab 1982 unter der Leitung der Kulturabteilung. Seit 1986 ist für das Programm Dietgard Grimmer zuständig, die seither verschiedene Schwerpunkte setzte. Nach und nach konnte die Trakl-Haus-Galerie den modernen Erfordernissen der Ausstellungspräsentation angeglichen und auch räumlich erweitert werden. Ursprünglich konnte man im Trakl-Haus wichtige monografische oder kunsthistorische Ausstellungen sehen. Damals war ja die Museums- und Galerienszene der "Musikstadt" nur schwach ausgebildet. Mit der Errichtung des Rupertinums und der Neupositionierung des Kunstvereins verlegte sich das landeseigene Kunstprogramm vornehmlich auf ein Förderungskonzept für junge Künstlerinnen und Künstler, die zum einen Teil aus Salzburg, zum anderen aus Österreich eingeladen und von einer Jury für Doppelpräsentationen ausgewählt wurden. So wurden im Verlauf dieses Förderprogramms rund 150 Künstler vorgestellt und mit ihrem Werk auch in Katalogen dokumentiert, die als publizistische "Starthilfe" Verbreitung fanden. In den letzten Jahren wurde das Programm auf in- und ausländische Kooperationen ausgeweitet: in Zusammenarbeit mit Galerien und Museen etwa von Linz, Passau, Bologna oder Trient. Der Aktionsradius konnte - trotz schwieriger finanzieller und enger personeller Lage - entscheidend ausgeweitet werden. Immer aber stand die direkte Künstlerförderung im Mittelpunkt der programmatischen Linie. Wichtig waren und sind zudem Partnerschaften mit heimischen Institutionen, etwa der Internationalen Sommerakademie für bildende Kunst. Zum 30-Jahre-Jubiläum, das in diesem Jahr mit vier retrospektiven Ausstellungen gefeiert wird, sagte Kulturlandesrat Raus, dass die Tä-tigkeit der Landesgalerie "wie bisher" fortgesetzt werde. Auch nur bescheiden mehr Mittel brachte er aber zur Eröffnung der Schau über "die ersten zehn Jahre" nicht mit. Derzeit setzt das Land (Stichwort: Museum am Berg, Umbau der Residenz für das Museum Carolino Augusteum) kunstpolitisch andere Schwerpunkte. Die Auswahl für die ersten Jahre vereinigt Arbeiten auf Papier, Druckgrafik (Manessier, Moldovan, Max Klinger), Mischtechniken (Caramelle, Zeppel-Sperl), Skulpturen von Hans Müller und Anton Thuswaldner und großformatige Ölbilder von Eduard Bäumer oder Richard Hirschbäck). Dietgard Grimmer will damit eine schon wieder ins Hintertreffen geratene Generation ins neue Licht stellen.
Bis 15. 2., Di-Fr 14-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr
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