| Kunst ist kein Geschäft | |
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Der Unternehmensberater Helmut Zambo besitzt mit achttausend Werken
eine der größten heimischen Kunstsammlungen. Stark vertreten: Arnulf
Rainer.
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Rainergemälde wie "Rote Übermalung 1",
"Ein Kreuz", "Die Vertikale vom Kreuz" oder auch "Der von Fliegen
Gequälte" im Kunstforum Bank Austria hat Helmut Zambo zur Verfügung
gestellt. Nicht nur aus altruistischen Gründen: Der 60jährige studierte
Jurist und erfolgreiche Unternehmensberater sieht sich als "Opinion
leader" mit Vorbildwirkung. Sammler-Leid Indem er als Apostel durchs Land gezogen ist, hat er im Laufe der
letzten 20 Jahre etliche Rainer-Sammler rekrutiert. Eine Steigerung der
Nachfrage lässt natürlich die Preise steigen. Dennoch ist das Verleihen
von Bildern kein unmittelbares Geschäft, wie Helmut Zambo meint. Ganz im
Gegenteil, es sei eine Plage. "Das ist ein rein bürokratischer Aufwand.
Denn das was die Museumsorganisatoren wirklich nicht können, ist eine
Ausstellung organisieren", so Zambo scharf. Im Zuge dieser Transaktionen können viele Alpträume von Kunstsammlern
wahr werden: Das Speditionspersonal greift die Bilder ohne Handschuhe an,
oder schneidet die Kartonagen mit dem Stanleymesser auf den Parkettböden
oder Perserteppichen. Das erste Bild mit 16 Als Unternehmensberater hat sich Helmut Zambo auf die Bereiche Medien
und Kommunikation spezialisiert. Nachdem er in Genf, London und New York
in Werbung und Marketing gearbeitet hatte, hat er sich 1982 als
selbständiger Unternehmensberater niedergelassen. Der Sammler stammt aus ganz einfachen Verhältnissen, aus einer
Arbeiterfamilie, in der Kunst überhaupt kein Thema war. Sein erstes Bild
kaufte er im Alter von 16 Jahren - es war ein Hundertwasser- Aquarell.
"Durch lange Gespräche mit dem Galeriebesitzer und der Verpflichtung, bei
einem Freund von ihm an Wochenenden als Tankwart zu arbeiten, bin ich in
den Besitz dieses Auquarells gekommen.", erinnert sich Zambo heute. Kontakt mit Künstlern Seitdem ist er mit dem "Virus Kunst" infiziert. Als Kunstsammler
schätzt er das Eintauchen in eine ganz andere Welt als die der
Unternehmensberater, wo einzig und allein der wirtschaftliche Erfolg im
Vordergund steht. Ein wichtiger Aspekt ist dabei der persönliche Kontakt
mit den Künstlern. "Letzendlich interessiert mich nicht der Charakter des Künstlers, aber
wenn das ein intelligenter spritziger Mann ist... Ein Abend mit Günter
Brus ist sensationell. Auch ein Abend mit Arnulf Rainer ist
sensationell." Ist die Kunst ein Geschäft? Die Diskussion um den wirtschaftlichen Aspekt von Kunst schießt für
Helmut Zambo am Ziel vorbei: Er hält sie für völlig überflüssig, obwohl er
sich durch den Verkauf eines einzigen Bildes von CY Twombly ein ganzes
Haus kaufen konnte. "Hätte ich das ganze Geld, das ich im Laufe von
dreißig Jahren in Kunst investiert habe, immer brav in Sparbücher oder
Aktien angelegt, hätte ich mir das Haus auch kaufen oder bauen
können." Seinen Glücksfall hält Helmut Zambo für eine Ausnahme. Die Zahlen
würden eine andere Sprache sprechen. "Es gibt Statistiken englischer
Rentenanstalten, dass die durchschnittliche Rendite, wenn man
Kunstgegenstände nach 20 oder 30 Jahren verkauft hat, auch nicht höher als
bei 5 bis 8 Prozent gelegen ist." Modelle der Kunstförderung Am Herzen liegt ihm eine von der Regierung oft und oft diskutierte
Neuregelung privater Kunstförderung. "Man muss ja nicht unbedingt den
Ankauf eines Rembrandt steuerlich fördern. Man kann das ja zum Beispiel
auf lebende Künstler beschränken, da wird jemandem schon etwas
Vernünftiges einfallen." Die freigewordenen Gelder müssten laut Zambo ja nicht in Privatbesitz
umgewandelt werden - sie könnten zweckgebunden wieder für die Förderung
von Projekten junger Künstler herangezogen werden. Für Helmut Zambo ist das private Engagement für Kunst seit jeher das
Mauerblümchen der öffentlichen Kunstdiskussion. "Die Kunst in den Museen
lebt letztendlich von der privaten Initiative einiger Galeristen und
Sammler. Das sind ja fast alles Leihgaben, Stiftungen oder Nachlässe aus
Privatbesitz." Fest steht für Helmut Zambo, dass er durch Arnulf Rainer wohlhabend
geworden ist und nicht umgekehrt. Aber er hat dem Künstler vielleicht auch
zu einigen Vorteilen verholfen.
Aus der Sammlung Helmut Zambos hängen momentan an die 20 Bilder in der
Rainer- Retrospektive im Kunstforum Bank Austria. Tipp | ||||