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| 18.12.2003 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| MEYER KAINER. Video trifft Antike - GALERIE HEIKE CURTZE. STEINLOS | ||
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Mit zwei verschiedenen Werkphasen präsentiert sich Heimo
Zobernig, Künstler in der "Mitte seiner Karriere", in dieser ersten Wiener
Einzelausstellung nach der üppigen "Mid-Career-Survey" im Mumok nun sehr
klar. In frühen Papierarbeiten - Collagen, Gouachen, Aquarellen - aus
1984/85 reflektiert Zobernig den Signalcharakter einfacher geometrischer
Zeichen: Gitter, Streifen, Punkte, koloristische Übungen verweisen in
Zeiten der Digitalisierung unweigerlich auf ihre Techno-Codierung als
Raster, Pixel, Farbschemen. Klassische künstlerische Fragestellungen
reflektiert Zobernig im Hauptraum. Vor einer Ad Reinhardt zitierenden
Gruppe schwarzer Gemälde posiert eine nackte männliche Schaufensterpuppe.
Nach dem eigenen Körper modellierte Gipskorrekturen - Bäuchlein,
Haartolle, Senkfuß und ein naturalistischer Penis - verleihen ihr
Individualität und durchkreuzen in ihrer Ironie zugleich etwaige
antikische Anflüge, wie sie auch ein nebenstehendes Laokoon-Video
suggeriert. Dieses zeigt den Künstler, wie er mit einer schier endlosen
Yves-Klein-blauen (Stoff-)Schlange kämpft. Video als verzweifelte Summe
von Klassik, Moderne, Antike (I., Eschenbachg. 9; bis 15. Jänner; von
27. 12. - 4. 1. telefonische Vereinbarung: 5857277). GALERIE HEIKE CURTZE. STEINLOSVisionär-originelle Beiträge zur Debatte um die Kunst im
öffentlichen Raum liefert Klaus Pinter mit seinen Collagen und Montagen.
Als Mitbegründer der Architektenformation Hausrucker & Co. hat er den
Sprung zum Künstler-Dasein gewagt. Der Bezug zum Raum als allgemeine
Fragestellung, aber auch die Hinterfragung konkreter räumlicher
Situationen durchziehen sein Schaffen wie ein roter Faden. Einer Gruppe
manifestartiger Papierarbeiten aus den Siebzigern - die etwa "steinlose
Architektur fordern", Wien als Planeten nach Manhattan verschieben und die
Dächer von Wolkenkratzern mit riesigen pneumatischen Globen versehen -
stehen neue Konzepte für Wien gegenüber. Da ragt etwa aus dem Dach der
kaiserlichen Winterreithalle - pardon: Kunsthalle im MQ - ein
Doppelpferdekopf. Eine barocke Kassettendecke und die edle Fassade des
Belvedere werden mit überbordenden Graffitis versehen. Konkret auf ihre
Umsetzung warten Vorschläge für den Karlsplatz, der aus städtebaulicher
Sicht wohl als der Wiener Un-Platz bezeichnet werden kann: In Anspielung
an Hausruckers Riesenbillard (1970) schlägt Pinter nun vor, das Goldene
"Krauthappel" der Secession in Form eines monumentalen Ballons zu
verdoppeln und als ephemere Skulptur über den Karlsplatz rollen zu lassen.
Alternatives Motiv für die Bemusterung der pneumatischen Kugel: die
Fassade des Wiener Musikvereins. Gut denkbar, dass er damit vielleicht
etwas ins Rollen bringt. (I., Seilerstätte 15/16; bis 24. 1.; tel.
Vereinbarung von 27. 12.- 4. 1. unter 5129375). Johanna
Hofleitner |
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