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27.01.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung
Kunstraum: Galerie Mezzanin bis Charim

kunstraum

Die Ausstellung heißt "Homage to the Square", aber sie nimmt es mit dem Quadrat nicht so genau. Der Großteil der Arbeiten, darunter auch der namensgebende Siebdruckzyklus von Josef Albers aus den Siebzigerjahren, stammt von privaten Leihgebern. Neben Konzeptkunst von Lawrence Weiner hängen Fakes von Elaine Sturtevant, die ein Flower-Bild von Warhol (22.000 €) und eine Bleistiftstudie von Jasper Johns (15.400 €) reproduziert hat. Die in Wien lebende Russin Anna Jermolaewa setzt ihren Videozyklus mit "lebendigem" Spielzeug fort: In dem aktuellen Loop (5000 €) kläffen Schäferhunde aus Stoff um die Wette und funkeln mit den roten Augen. Ganz nach Kinderzimmer sieht auch das bunte Frotteebild (2000 €) von Alexander Wolff aus. Weiters zu empfehlen: die konzeptuelle Fotografie von Santos R. Vasquez (2500 €), eine elegante Collage (830 €) von Maik und Dirk Löbbert sowie eine auf Leinwand gedruckte Pille von Peter Kogler (12.250 €) aus dem Jahr 1992. (Bis 5. März, Karl-Schweighofer-Gasse 12, Wien 7)

GALERIE MARTIN JANDA: SPINNE

Die aktuelle Ausstellung von Werner Feiersinger beweist aufs Neue, dass der 1966 in Tirol geborene Künstler zu den interessantesten Bildhauern Österreichs gehört. Genährt aus Design- und Architekturgeschichte bewegen sich Feiersingers Skulpturen in einem spannenden Unschärfebereich. Oft widerspricht deren Aussehen dem massiven Stahl, der bei den meisten Arbeiten zum Einsatz kommt. Der Eingangsbereich der Galerie wird von einem weißen, spinnenartigen Gestell dominiert (11.000 €). Als Kontrapunkt zu der leicht wirkenden Stahlskulptur hat Feiersinger ein massives schwarzes Objekt platziert, das wie ein ins Dreidimensionale vergrößertes Satzzeichen aussieht. Eine Reihe neuer Fotos (3500 €) zeigen Betonbauten und ein Landhaus von Le Corbusier - eine wichtige Ressource für den Künstler. Die wohl eigenwilligste Skulptur der Schau stellt "Stern" (9000 €) dar. Das Vorbild für diese weiße Plastik, die irgendwie an Duchamps Pissoir denken lässt, fand Feiersinger auf dem Dach von Le Corbusiers Wohnblock Unité d'Habitation. (Bis 5. März, Eschenbachgasse 11, Wien 1)

CHARIM GALERIE: SCHNEEWITTCHEN

Der Maler Hubert Scheibl probiert in seiner Ausstellung "So what" alles Mögliche aus. In intensiven orange-braunen Tönen präsentiert sich das große Bild "Mandawa" (46.000 €), das Fantasien von indischen Stoffdruckereien evoziert. Viel langweiliger daneben die Gemälde "onda S" (17.000 €) und "echelon S" (26.000 €), die pastose Wellen vor blauem Himmel hochsteigen lassen. In dem am wenigsten gefälligen Bild der Schau, "Midori", leuchten grellgrüne Farbflecke unter dicker schwarzer Farbe hervor. Während die Malerei von "Genetic Battle Dotcom SR" trotz des coolen Titels recht konventionell ausfällt, hat Scheibl bei dem Gemälde "So what" (41.000 €) den Bogen endgültig raus: In den Schneewittchen-Farben Rot, Weiß und Schwarz nimmt der Maler dort ironische Distanz zum eigenen Tun ein und integriert die titelgebende Frage "So what" in anonymen silbernen Lettern in das gestische Treiben. (Bis 5. Februar, Dorotheergasse 12, Wien 1) Nicole Scheyerer

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