VN Sa, 19.1.2002

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HINTERGRUND

Guter Rechner oder Gestalter?

Christa Dietrich über die zwei Kandidaten für die "Kuges"-Spitze

Einen Missgriff kann sich das Land bei der Bestellung des neuen Geschäftsführers für die Kulturhäuser Betriebsgesellschaft ("Kuges") nicht mehr leisten. Der nicht zuletzt vom Rechnungshof zerzauste Zusammenschluss von Landesmuseum, Landestheater und Kunsthaus hat zwar eine Zukunft - allerdings nur unter entsprechend kompetenter Leitung.

Vier Kandidaten sind nach der Ausschreibung in die engere Wahl gekommen, zwei empfahlen sich noch vor der Anhörung selbst.

Die nun erfolgte Überprüfung der zwei für die Nominierung zur Verfügung stehenden Kandidaten im Gespräch mit Vertretern des Amtes der Landesregierung und zugeladenen Fachleuten ergab noch kein eindeutiges Ergebnis.

Dies nicht nur, weil der übliche Weg über den Aufsichtsrat einzuhalten ist, weil man in der Öffentlichkeit - so der Kulturlandesrat - am besten diplomatisch bekundet, dass man mit beiden Persönlichkeiten gut könnte oder ohnehin der Landeshauptmann das letzte Wort hat.

Vonblon oder Ammann?

Maßgeblicher als alle Versuche zu verhindern, dass Namen genannt werden, ist die Tatsache, dass das Gremium wirklich noch vor einer einschneidenden Entscheidung steht.

Da gibt es also nun den fachkundigen, betriebswirtschaftlich versierten Rechner Artur Vonblon (von den Arlberg-Skiliften) und den Ökonomen Kurt Ammann, fachlich ähnlich qualifiziert, aber mit Gestaltungswillen für die Aufgabe gewappnet. Die Frage lautet nun, inwieweit ein solcher Gestaltungswille in der Zusammenarbeit mit den jeweiligen künstlerischen Leitern des Hauses von Vorteil ist. Dies vor allem in jener Entwicklungsphase, in der sich die vor rund vier Jahren gegründete Kulturhäuser Betriebsgesellschaft noch befindet.

Kompetenzabgrenzung

Dass eine klare Kompetenzabgrenzung unumgänglich ist, steht fest. Aufgrund der Tatsache, dass sie nicht gleich festgelegt werden konnte, kränkelte das Unternehmen lange genug.

Sicher war es gut, dass die Leiter der einzelnen Häuser, also der Museumsdirektor, der Intendant des Landestheaters und der Direktor des Kunsthauses, diesmal nicht in die Bestellung des neuen Geschäftsführers eingebunden waren. Damals, als es galt, den ersten Geschäftsführer für die "Kuges" zu nominieren, wurde von dieser Seite des Öfteren laut, dass es kaum Bewerber gab, die Erfahrungen im Kulturbereich mitbrachten. Eine Qualifikation, die für den Posten - wie sich herausstellte - ohnehin nicht notwendig ist. (Abgesehen davon standen die Häuser-Chefs der "Kuges" damals nachvollziehbarerweise kritisch gegenüber.)

Nun haben die Intendanten keine Stimme, dafür aber ist mit Franz Salzmann, dem kaufmännischen Direktor der Bregenzer Festspiele, eine Persönlichkeit im Bestellungsgremium, deren Werdegang in diesem Zusammenhang nicht uninteressant ist. Er kam aus der Stahlbranche, hatte also beruflich absolut nichts mit Kultur zu tun, und ist als Wirtschaftsfachmann mitverantwortlich für den beispiellosen Aufstieg der Seespiele zu einem international bestens dastehenden Kulturunternehmen, das enorme Investitionen zu tätigen hatte.

Die "Kuges", bestehend aus Landesmuseum, Landestheater und Kunsthaus, soll von Artur Vonblon oder Kurt Ammann geleitet werden. (Foto: Hofmeister)




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