kann sich das Land bei der Bestellung des
neuen Geschäftsführers für die Kulturhäuser Betriebsgesellschaft
("Kuges") nicht mehr leisten. Der nicht zuletzt vom Rechnungshof
zerzauste Zusammenschluss von Landesmuseum, Landestheater und
Kunsthaus hat zwar eine Zukunft - allerdings nur unter entsprechend
kompetenter Leitung.
Vier Kandidaten sind nach der Ausschreibung in die engere Wahl
gekommen, zwei empfahlen sich noch vor der Anhörung selbst.
Die nun erfolgte Überprüfung der zwei für die Nominierung zur
Verfügung stehenden Kandidaten im Gespräch mit Vertretern des Amtes
der Landesregierung und zugeladenen Fachleuten ergab noch kein
eindeutiges Ergebnis.
Dies nicht nur, weil der übliche Weg über den Aufsichtsrat
einzuhalten ist, weil man in der Öffentlichkeit - so der
Kulturlandesrat - am besten diplomatisch bekundet, dass man mit
beiden Persönlichkeiten gut könnte oder ohnehin der Landeshauptmann
das letzte Wort hat.
Vonblon oder Ammann?
Maßgeblicher als alle Versuche zu verhindern, dass Namen
genannt werden, ist die Tatsache, dass das Gremium wirklich noch vor
einer einschneidenden Entscheidung steht.
Da gibt es also nun den fachkundigen, betriebswirtschaftlich
versierten Rechner Artur Vonblon (von den Arlberg-Skiliften) und den
Ökonomen Kurt Ammann, fachlich ähnlich qualifiziert, aber mit
Gestaltungswillen für die Aufgabe gewappnet. Die Frage lautet nun,
inwieweit ein solcher Gestaltungswille in der Zusammenarbeit mit den
jeweiligen künstlerischen Leitern des Hauses von Vorteil ist. Dies
vor allem in jener Entwicklungsphase, in der sich die vor rund vier
Jahren gegründete Kulturhäuser Betriebsgesellschaft noch befindet.
Kompetenzabgrenzung
Dass eine klare Kompetenzabgrenzung unumgänglich ist,
steht fest. Aufgrund der Tatsache, dass sie nicht gleich festgelegt
werden konnte, kränkelte das Unternehmen lange genug.
Sicher war es gut, dass die Leiter der einzelnen Häuser, also der
Museumsdirektor, der Intendant des Landestheaters und der Direktor
des Kunsthauses, diesmal nicht in die Bestellung des neuen
Geschäftsführers eingebunden waren. Damals, als es galt, den ersten
Geschäftsführer für die "Kuges" zu nominieren, wurde von dieser
Seite des Öfteren laut, dass es kaum Bewerber gab, die Erfahrungen
im Kulturbereich mitbrachten. Eine Qualifikation, die für den Posten
- wie sich herausstellte - ohnehin nicht notwendig ist. (Abgesehen
davon standen die Häuser-Chefs der "Kuges" damals
nachvollziehbarerweise kritisch gegenüber.)
Nun haben die Intendanten keine Stimme, dafür aber ist mit Franz
Salzmann, dem kaufmännischen Direktor der Bregenzer Festspiele, eine
Persönlichkeit im Bestellungsgremium, deren Werdegang in diesem
Zusammenhang nicht uninteressant ist. Er kam aus der Stahlbranche,
hatte also beruflich absolut nichts mit Kultur zu tun, und ist als
Wirtschaftsfachmann mitverantwortlich für den beispiellosen Aufstieg
der Seespiele zu einem international bestens dastehenden
Kulturunternehmen, das enorme Investitionen zu tätigen hatte.
Die "Kuges", bestehend aus Landesmuseum, Landestheater
und Kunsthaus, soll von Artur Vonblon oder Kurt Ammann geleitet
werden. (Foto: Hofmeister)