Salzburger Nachrichten am 31. August 2005 - Bereich: KA
Jubiläumsschau zum 50-jährigen documenta-Bestehen

Die Kasseler documenta ist museumsreif: Zum fünfzigjährigen Bestehen ist der Weltkunstschau von diesem Donnerstag an eine Jubiläumsausstellung gewidmet. Dazu werden Arbeiten von 65 der insgesamt mehr als 2000 beteiligten Künstler erneut in Kassel gezeigt.

Obwohl sich darunter bekannte Namen wie Wilhelm Lehmbruck, Joseph Beuys und Richard Hamilton befinden, sei es nicht Ziel, eine Auswahl der besten modernen Künstler zu präsentieren, sagte Kurator Michael Glasmeier am Mittwoch. Vielmehr seien Arbeiten ausgewählt worden, die Vielfalt und Gegensätzlichkeit der elf bisherigen documenta-Ausstellungen illustrierten.

Jeder documenta ist in der Kunsthalle Fridericianum separat von den Kunstwerken ein eigener Ausstellungsraum gewidmet. Dort werden mit Text- und Fototafeln sowie Material aus dem documenta-Archiv die jeweilige Ausstellung und teils auch die Proteste gegen die moderne Kunst illustriert. Beleuchtet wird auch der Mythos der documenta und die Legenden um ihren Kurator.

Wiederaufgeführt wird außerdem das bei der ersten documenta 1955 gezeigte Filmprogramm mit Klassikern der Filmkunst. In Kassel läuft die Schau bis zum 20. November. Ein Teil der Ausstellung wird 2006 in Brüssel, im spanischen Salamanca und in Warschau gezeigt und soll anschließend in Südostasien und Neuseeland Station machen.

Die documenta in Kassel gilt als bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst weltweit. Das "Museum der 100 Tage" wurde 1955 von dem Maler und Kunstprofessor Arnold Bode begründet und war zunächst als einmaliges Begleitprogramm zur Kasseler Bundesgartenschau 1955 geplant. Wegen ihres großen Erfolgs wurde die Ausstellung wiederholt und findet seit 1972 alle fünf Jahre statt. Die zwölfte documenta ist im Sommer 2007 geplant.