DiePresse.com | Kultur | News | Artikel DruckenArtikel drucken


Angewandte startet Studium für Sprachkunst

26.05.2008 | 12:30 |  (DiePresse.com)

"Schreiben ist lehrbar", sagt Wissenschafts-Minister Hahn. Ab Herbst nächsten Jahres übt man sich an der Angewandten auch im literarischen Schreiben.

Ab dem Wintersemester im kommenden Jahr wird an der Universität für angewandte Kunst auch die Kunst des Schreibens gelehrt: Im Herbst 2009 startet ein sechssemestriges Bachelor-Studium für Sprachkunst. Anfangs sollen pro Studienjahr rund 15 Studienanfänger aufgenommen werden, die Auswahl erfolgt ähnlich wie bei anderen künstlerischen Studien durch eine Zulassungsprüfung. Für das Studium wird ein eigenes Institut für Sprachkunst gegründet sowie eine Professur und anderes Personal ausgeschrieben, kündigte Rektor Gerald Bast am Montag an.

Als Lehrpersonal werden ausschließlich Autoren eingesetzt. Neben einem Professor wird es auch wissenschaftliche/künstlerische Mitarbeiter sowie Gastvortragende geben. Inhaltlich dreht sich das Studium um "individuelle studentische Text- und Medienproduktion" z.B. in den Bereichen Kurzprosa, Reiseberichte, Biografien, Science Fiction, Theaterstücke, Drehbuch, Radiotexte und Lyrik sowie Textvermittlung und Rezeption. Abgeschlossen wird das Studium mit einem Bachelor of Arts (BA).

Literarisches Schreiben

Für Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) widerspricht die Einrichtung des Studiums "dem alten Geniebegriff": "Schreiben ist lehrbar." Als Vorbilder nannte er das in den 1950er Jahren gegründete Deutsche Literaturinstitut Leipzig sowie das in den 1960er Jahren entstandene International Writing Programm an der University of Iowa (USA). Unterrichtet werden solle nicht alles vom Werbeslogan bis zur Lyrik - die Konzentration liege auf dem literarischen Schreiben. Die Sprachkunst solle dezidiert ein künstlerisches Studium werden und kein literaturwissenschaftliches, so Bast.

Die Schule für Dichtung begrüßt in einer Stellungnahme die Gründung des Studiums. Für Bast ist sie eine "große Anregerin" des Projekts. Das das Studium und die Schule für Dichtung seien aber zwei verschiedene Institutionen, die es "wahrscheinlich" auch in Zukunft in dieser Form geben werde.

(APA)


© DiePresse.com