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21.08.2002 - Ausstellung
AUSGESTELLT IN WIEN von FLORIAN STEININGER
Galerie Wolfrum. Auf zwei Etagen sammeln sich Werke zeitgenössischer Künstler, subsumiert unter dem Ausstellungstitel "Female-Sex-Male". Galerie Wolfgang Exner. "Vorschau-Rückschau" bietet einen lockeren Überblick des Galerieprogramms.


Galerie Wolfrum. Auf zwei Etagen sammeln sich Werke zeitgenössischer Künstler, subsumiert unter dem Ausstellungstitel "Female-Sex-Male". Dabei reicht das Spektrum von sinnlich körperbezogenen über formal abstrahierte bis zu ironisch schmunzelnden Werken. Daß die Galerie ihren Schwerpunkt und somit auch ihre Stärken auf die Graphik und die Papierarbeit setzt, ist spürbar. Manche feine Zeichnung steht in Intensität und Ausdruck über so manchen Leinwandarbeiten.

Subtil zeigt sich ein ganzer Werkblock von Anna Stangl: feine Mädchenkörper, eingebunden in ornamentale Verflechtungen, begehrt von männlich besetzten Raubtieren. Maja Vukojes Zartheit im Strich spiegelt die Verletzlichkeit der kindlichen, puppenhaften Erscheinung wider, voll psychischer Intensität. Michael Horskys Aquarelle zeigen arkadische Landschaften mit klassischen Frauenakten. Bei Lore Heuermann greift das vorgegebene Thema der Sexualität kaum, sie präsentiert eine kalligraphische, hoch abstrahierte Bildsprache zwischen tanzender Figur und schriftlicher Markierung. Im Untergeschoß finden sich großformatige Arbeiten, nur selten überzeugender als die Werke in der Graphikabteilung. Bernhard Traguts Figuren von Mann und Frau sind in einen verkitschten kirchlichen Kontext gestellt. Gotischen Plastiken gleich lugen sie neckisch aus ihren Nischen. Franziska Maderthaner fährt auf wuchtigen Gemälden mit einer Fülle von kunstgeschichtlichen und populärkulturellen Zitaten auf: Da wird dann gleich Fontanas Concetto Spaziale als Vorlage für das weibliche primäre Geschlechtsorgan genommen. (I., Augustinerstraße 10; bis 10. 9.).
Galerie Wolfgang Exner. "Vorschau-Rückschau" bietet einen lockeren Überblick des Galerieprogramms. Neben alt bekannten Stücken mit expressiver farbenstarker Ausstrahlung von Josef Mikl und Drago Prelog finden sich im Monochromen und Konstruktiven feine Arbeiten. Josef Winkler, ein Zeitgenosse aus der Ära des österreichischen Informel, versteht es, atmosphärische Farbnebel in Rot auf Blau oder in facettenreichen Weißnuancen aufs Papier zu bringen: Autonomie der Farbe im Dienst der Räumlichkeit. Karl Hikade steht Winkler mit delikaten, strengen, konstruktiven Kompositionen entgegen. Geometrie erlebt durch ein freies Ordnen der Bildteile eine eindrucksvolle Präsenz. Durchaus nahe, jedoch in der Zeichnung ausgeprägter, stehen Fischlhammers neue Papierarbeiten. (I., Rauhensteingasse 12; bis 31. August).



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