 |
Galerie Wolfrum. Auf zwei Etagen sammeln sich Werke
zeitgenössischer Künstler, subsumiert unter dem Ausstellungstitel
"Female-Sex-Male". Dabei reicht das Spektrum von sinnlich körperbezogenen
über formal abstrahierte bis zu ironisch schmunzelnden Werken. Daß die
Galerie ihren Schwerpunkt und somit auch ihre Stärken auf die Graphik und
die Papierarbeit setzt, ist spürbar. Manche feine Zeichnung steht in
Intensität und Ausdruck über so manchen Leinwandarbeiten.
Subtil zeigt sich ein ganzer Werkblock von Anna
Stangl: feine Mädchenkörper, eingebunden in ornamentale
Verflechtungen, begehrt von männlich besetzten Raubtieren. Maja Vukojes
Zartheit im Strich spiegelt die Verletzlichkeit der kindlichen,
puppenhaften Erscheinung wider, voll psychischer Intensität. Michael
Horskys Aquarelle zeigen arkadische Landschaften mit klassischen
Frauenakten. Bei Lore Heuermann greift das vorgegebene Thema der
Sexualität kaum, sie präsentiert eine kalligraphische, hoch abstrahierte
Bildsprache zwischen tanzender Figur und schriftlicher Markierung.
Im Untergeschoß finden sich großformatige Arbeiten, nur selten
überzeugender als die Werke in der Graphikabteilung. Bernhard Traguts
Figuren von Mann und Frau sind in einen verkitschten kirchlichen
Kontext gestellt. Gotischen Plastiken gleich lugen sie neckisch aus ihren
Nischen. Franziska Maderthaner fährt auf wuchtigen Gemälden mit
einer Fülle von kunstgeschichtlichen und populärkulturellen Zitaten auf:
Da wird dann gleich Fontanas Concetto Spaziale als Vorlage für das
weibliche primäre Geschlechtsorgan genommen. (I., Augustinerstraße 10; bis
10. 9.). Galerie Wolfgang Exner. "Vorschau-Rückschau" bietet
einen lockeren Überblick des Galerieprogramms. Neben alt bekannten Stücken
mit expressiver farbenstarker Ausstrahlung von Josef Mikl und
Drago Prelog finden sich im Monochromen und Konstruktiven feine
Arbeiten. Josef Winkler, ein Zeitgenosse aus der Ära des
österreichischen Informel, versteht es, atmosphärische Farbnebel in Rot
auf Blau oder in facettenreichen Weißnuancen aufs Papier zu bringen:
Autonomie der Farbe im Dienst der Räumlichkeit. Karl Hikade steht
Winkler mit delikaten, strengen, konstruktiven Kompositionen entgegen.
Geometrie erlebt durch ein freies Ordnen der Bildteile eine eindrucksvolle
Präsenz. Durchaus nahe, jedoch in der Zeichnung ausgeprägter, stehen
Fischlhammers neue Papierarbeiten. (I., Rauhensteingasse 12; bis
31. August).
© Die Presse | Wien
|
 |