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Transparenz in alle Richtungen

Alles, was ein Museum heute braucht, hat das neue alte Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, das am 13. Mai feierlich wiedereröffnet wird.

INNSBRUCK. Groß ist es geworden, das erweiterte und runderneuerte Tiroler Landesmuseum. Teilweise ist es noch eine Baustelle, manche der Schauräume sind aber bereits eingeräumt, bei anderen ist die Hängung in vollem Gang. Bis 13. Mai sind wir auf alle Fälle fertig, versichert der Hausherr, Museumsdirektor Gert Ammann, skeptischen Neugierigen.

Kunst-Pause

Das Ferdinandeum hat nun alles, was ein Museum von heute braucht: es ist nach neuestem technischem Stand klimatisiert, belüftet, beleuchtet, gesichert und behindertengerecht. Das Museum neu besitzt ein Cafe für die notwendige "Kunst-Pause", einen Shop, ein Atelier für museumspädagogische Aktivitäten und ein großzügiges Foyer, das für diverse Aktivitäten variabel genutzt werden kann.

Transparenz dominiert räumlich das neue Tiroler Landesmuseum. Drehscheibe zwischen Alt und Neu ist eine vertikal durchgängige Rotunde. In ihr ist im Erdgeschoß die Kassa untergebracht und von hier öffnen sich dem Museumsbesucher Blickachsen in alle Richtungen. Hinunter in das Tiefgeschoß, wo die Ur- und Frühgeschichte bzw. Archäologie ihre Räume hat, horizontal in die durch eine von Eva Schlegel ganz in ihrer Manier beschriebene Glaswand in die wesentlich vergrößerte Bibliothek bzw. nach oben zur Artbox und in die Moderne Galerie.

Eine markante, dem Neubau hofseitig vorgeblendete weiße Kaskadentreppe verbindet die diversen Geschoße. Mit Milchglas verglast, versagt sie den Blick nach außen, außer in der Skybox ganz oben, die als Ort zum Verweilen mit Blick auf die Nordkette angelegt ist.

Rund 2000 Quadratmeter gewinnt das Tiroler Landesmuseum durch den Neubau dazu, die zu einem großen Teil der unter dem Dach untergebrachten, ideal mit Nordlicht von oben beleuchteten Moderne zugute kommen sollen. Die Sonderausstellungen werden in Zukunft in der neuen, rund 400 Quadratmeter großen Art-Box stattfinden mit der Möglichkeit einer Ausweitung im sogenannten Mezzaningeschoß.

Vernetzung

Für Architekt Helmut Ramsauer war es sehr wichtig, Alt- und Neubau trotz aller Vernetzung zu trennen. So dominieren im neuen, hofseitig in das U des Altbaus hineingeschobenen Teil klare Formen, weiße Wände, Glas, dunkle Holz,- graue Stein- bwz. graublaue Epoxyharzböden.

Der Altbau wurde dagegen in Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt restauriert bzw. in seinem Urzustand rekonstruiert. So hat die Fassade ihre ursprüngliche Färbelung erhalten, die Kuppeln in drei Sälen bzw. die klassizistischen Gesimse in den Kabinetten wurden freigelegt, die prachtvolle Vorhalle im zweiten Obergeschoß originalgetreu rekonstruiert. Als Signal der Öffnung bleibt allerdings die mittlere Eingangstür immer offen, gesichert durch eine Transparenz suggerierende Glastüre.
2003-04-28 16:40:34