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| vom 25.01.2006 - Seite 021
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| Klimt-Bild "Unterach" ins Lentos?
Ein feiner atmosphärischer Blick ist Klimt im Gemälde "Häuser in Unterach am Attersee" gelungen. Es ist eines jener fünf Werke aus dem Belvedere, die nach dem Rechtsstreit an die Erben restituiert werden. "Das gehört nach Oberösterreich!", sagt Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl zu den OÖN.
VON IRENE JUDMAYER
OÖN: Sie sind Oberösterreicher. Sie sind seit Jahrzehnten auch privat kunstbewusst. Und Sie sind ein großer Attersee-Fan. Haben Sie nostalgische Reminiszenzen bewogen, sich für den Oberösterreich-Transfer dieses Bildes einzusetzen?
LEITL: Für mich war es vor allem die Frage, wie Oberösterreich mit seiner Kultur umgeht. Wir haben etwa mit Ars Electronica hier Spitzenkultur, die in die Zukunft weist. Wir haben jedoch andererseits Spitzenkunst, derer wir uns noch viel zu wenig bewusst sind. Warum ist Mozart Salzburger? Warum ist Klimt Wiener? Beide haben wesentlich auch in unserem Bundesland gewirkt.
Wir haben also unendlich wertvolle Wurzeln, die wir viel zu wenig achten. Und - um als Wirtschafter zu sprechen - auch viel zu wenig für eine Standtortattraktivität in der Vernetzung Kunst/ Wirtschaft/ Tourismus nutzen.
OÖN: Hier wollen Sie mit dem Klimt-Kauf anknüpfen?
LEITL: Die Bundesregierung hat signalisiert, dass sie alleine nicht alle Bilder kaufen kann. Warum sollen hier nicht regionale Initiativen diese Bestrebungen ergänzen? Warum sollen wir nicht eines der Klimt-Hauptwerke - in Oberösterreich gemalt, ein oberösterreichisches Motiv darstellend - wieder heimbringen?
OÖN: Die Schätzung des Bildes "Häuser in Unterach am Attersee" liegt derzeit bei 25 Millionen Euro. Sie können sich eine Finanzierung durch ein Konsortium vorstellen?
LEITL: Jetzt müssen wir einmal abwarten, was die Regierung in Amerika mit den Erben aushandelt. Aber wenn die Republik überfordert ist, müssen wir halt schauen: was bringen Stadt und Land zusammen, wie können Wirtschaft und Banken helfen? Ich kannn mir das gut bei uns vorstellen. Als wertvolle Bereicherung der Kulturhauptstadt 2009. Musiktheater bringen wir eh keines rechtzeitig zustande¼
OÖN: Der Sammler Rudolf Leopold ist der Meinung, dass dieses Werk ruhig "nach Amerika geschickt" werden könnte, weil es von Klimt qualitativ bessere gebe. Was sagen Sie dazu?
LEITL: Lassen wir die Beurteilung einzelner Experten einmal beiseite: Unterach ist eines seiner immer wieder publizierten Motive und weltbekannt. Und so ein bekanntes Motiv in einer Linzer Klimtsammlung wäre sicherlich ein geeignetes Mittel, um Touristen anzulocken.
OÖN: Wobei es bei Ihren aktuellen Überlegungen aber nur um ein Werk geht, oder?
LEITL: Ja. Realistischerweise sollte man sich auf dieses Werk konzentrieren, das ja auch zum kulturellen Erbe Oberösterreichs gehört. Die 25 Millionen könnten wir uns sicher leisten. Bei einer Laufzeit von 25 Jahren wäre dies eine Million Euro pro Jahr.
OÖN: Können Sie uns schon etwas über mögliche Partner verraten?
LEITL: Ich hab natürlich schon einige an der Hand, aber es ist noch zu früh, um damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Frage ist jetzt, ob bei uns überhaupt der Wille da ist, diese Arbeit zurück in unser Bundesland zu holen.
Es ist ja jetzt einmal nur eine Idee. Wenn kein Interesse daran besteht, auch okay, dann lassen wir es halt dabei. Ich bin ja durchaus gewohnt, dass nicht alle meine Ideen realisiert werden. Man soll nur nicht hinterher wieder herumjammern, wenn's wieder einmal zu spät für alles ist.
OÖN: Wo würden Sie das Gemälde gern sehen? In der Landesgalerie, oder im Linzer Kunstmuseum Lentos?
LEITL: Wo auch immer. Aber es gehört nach Oberösterreich.
Dieses Gemälde will Wirtschaftskammer-Präsident Leitl nach Oberösterreich zurück holen. Foto: apa |
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