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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
04. Dezember 2007
16:51 MEZ
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hwww.westlicht.com 
Foto: Westlicht/David Douglas Duncan

Foto-Portrait: Picasso
Die Galerie "WestLicht" zeigt Bilder des US-Fotografen David Douglas Duncan: Picasso in der Badewanne, Picasso im Federschmuck und vieles mehr

Wien - Montagabend stand der gefeierte US-Fotograf David Douglas Duncan im "WestLicht" in Wien und kommentierte seine Bilder: Ein Indianer in Farbe, in vollem Federschmuck - nur, es war Picasso, der da für Sekundenbruchteile im Jahr 1960 den Stammeshäuptling mit jedem Muskel seines Gesichts im Profil perfekt mimte.

Duncan, geboren 1916 in Kansas City im US-Bundesstaat Missouri, hatte 1934 mit einer "Bakelite Univex" seine ersten Bilder gemacht. Seinen Namen machte er sich ab 1943 als Kriegsfotograf in Pazifik, dann in Indochina und Korea. Bereits ab 1946 fotografierte er für "Life" - immer an vorderster Front, mit offiziellen Papieren versehen, aber in seiner Bildgebung und seinen Aussagen nie propagandistisch "embedded". Und nicht zu vergessen: Der US-Fotograf war selbst dort, wo es "Action" gab, nicht der billig angeheuerte lokale Freelancer.

Montagabend im "WestLicht": Erich Lessing und Duncan diskutieren ein Bild aus dem Band "War Without Heroes" (1970) von Duncan. Schwarz-weiß. Das Heckteil eines der großen US-Transport-Helikopter "Chinook" reicht rechts ins Bild. Soldaten mit Helmen verladen die Getöteten des vergangenen Tages über die Heckklappe ins Innere. Und im Grau dahinter setzt der nächste "Chinook" zur Landung an. Duncan wurde Pazifist. Was Lessing und Duncan mit wenigen Handbewegungen einander zeigen: Wie ein Bild "funktioniert", wie die Linien laufen müssen, wie der "Schnitt" sein muss - für das jeweilige Objekt.

Freilich, 1956 kam der Fotograf auf Vermittlung von Robert Capa in Kontakt mit Pablo Picasso. Capa starb in Indochina vor Duncans erstem Treffen mit dem Ausnahmekünstler. Von da an begleitete der US-Fotograf Picasso und seine Familie bis zum Tod des Malers im Jahr 1973 und darüber hinaus. Picasso beim ersten Treffen in der Badewanne, Picasso im Atelier, beim Malen, viele Bilder mit Jaqueline. Oder das kleine Foto "Picasso trägt Gary Coopers Hut - dieser auch zu Gast - und rauft mit seinem Sohn Claude". Überbordende Lebensfreude und Kreativität in Südfrankreich.

Die Bilder aus der Freundschaft mit Picasso sind jetzt in Wien zu sehen. Inklusive des Entstehens einer Fotomontage, die der Künstler aus einem Porträt von sich mit dem Davorhängen der Papiermaske einer Schneeeule anfertigte. Und da ist noch "Lump", der Dackel. Er war als Hund Duncans in die Villa Picassos La Californie gekommen - und nie wieder weggegangen. Eines der Bilder zeigt den Hund im Vordergrund, den Künstler dahinter im Atelier. Da ist im Titel vom "Schatten" Picassos die Rede. Der Hund starb zehn Tage vor dem Künstler. Zurück blieben die Bilder und der Fotograf. (APA)


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