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Galerie Kerstin Engholm. Eine Phototetralogie des 1976
verschollenen Bas Jan Ader zeigt die Schau "Hinterlands". "On the road to
a new neoplasticism" dokumentiert eine Performance, bei der sich Ader auf
den Asphalt legte. Mit jedem Bild kommt ein farbiger Gegenstand mehr dazu,
bis die Szenerie in eine Geometrie à la Mondrian kippt. Ader und die
Post-Pop-Ära sind Referenzpunkt für drei Künstler, die den
"Konstruktivitätscharakter von Subjektivität" untersuchen. Am
überzeugendsten gelingt dies Stefan Sandner mit seiner
Wandschriftarbeit "Ask Bob". Spannung erzeugen auch Matti Brauns
Spiegelquader, während sich Daniel Pflumms "Tick Tack"-Box der
Faszination der Oberfläche nicht entziehen kann. Eine didaktische Schau
mit viel ästhetischem Gehalt! (IV., Schleifmühlgasse 3; bis
29. Juni). Klaus Engelhorn 20. Ein Diplom bei den
Düsseldorfer Konzeptualisten Bernd & Hilla Becher ist für einen jungen
Photographen fast die halbe Miete - aber auch eine Bürde. Das lehren
einmal mehr die "Hallen und Logos" Frank Breuers.
Mit dem Titel ist auch Breuers Thema umrissen: das
konsequente Durchforsten der Industriearchitektur im Zeitalter der
Corporate Identities. Das Resultat ist eine üppige Serie über
Firmensignets. Übermächtig wie Denkmäler stehen sie in der Ödnis und ehren
Marlboro, Shell, Ford, Mercedes & Co. Die Konsequenz erschöpft sich
allerdings rasch in Redundanz. Interessanter sind dagegen seine
Hallen-Aufnahmen. Die Anonymität und Funktionalität der Bauten lenkt hier
hin zu fundamentalen Bildeigenschaften wie Komposition, Farbe, Struktur
(I., Stubenring 20; bis 8. Juni). Kunsthandel Elisabeth Michitsch. Seit
die geometrischen Bilder der Hildegard Joos kürzlich in der Wiener
Secession im Zusammenhang einer Ausstellung junger Malerei zu Recht viel
Aufmerksamkeit einheimsten, geht man in eine Retrospektive von
H + H Joos anders, vielleicht neugieriger, gewiß aber mit
unverstellterem Blick. Und sucht in den gemeinsam mit ihrem Mann Harold
erarbeiteten Bildern das spezifisch Malerische, aber auch das Eigene
der Malerin. Zu finden ist es in den kleinen "Farbigen Konstruktionen":
diese befragen teils in Hoffmannscher Strenge, teils mit Delaunayscher
Leichtigkeit die Malerei auf ihr Ureigenstes womit sie spannender sind als
andere Arbeiten, die in ihrem Streben nach modernistischer Poesie meist
allzu verspielt ausfallen (I., Spiegelgasse 15; bis 26. Juni).
© Die Presse | Wien
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