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03.06.2006 - Kultur&Medien / Ausstellung
Ausstellung: Fette Träume im "McBed", böse im Kühlschrank
VON ALMUTH SPIEGLER
Niederösterreich liebt seine Nachbarn, was sich in einer Häufung von Ausstellungen zeigt.

Das Land Niederösterreich lebt seine Liebe zur Kunst aus den östlichen Nachbarländern dieser Tag recht überschwänglich aus, praktisch gleichzeitig an drei Orten, interessant abgestuft durch die Hierarchie der Festredner: Im Dormitorium des Stifts Lilienfeld eröffnete Landeshauptmann Josef Pröll den ersten Teil einer Trilogie über zeitgenössische Kunst der neuen EU-Länder, die an Niederösterreich grenzen.

Prölls Stellvertreter Ernest Gabmann sprach wenig später im Wiener Palais Niederösterreich in den Räumen der Wirtschaftsagentur Ecoplus zu einer Gruppen-Schau Niederösterreich/Slowakei. Und nebenan, im einzig offiziellen "Kunstraum" des Bundeslandes, war Kulturlandesrätin Petra Bohuslav bei der Vernissage von "Prag 06" anzutreffen. Vom Konzept her die spannendste Nachbarsumarmung, arrangiert vom italienischen Kurator Alberto Di Stefano.

Stefano konzentriert sich auf die tschechische "Generation zwischen den Stühlen", also heute 25- bis 35-jährige Künstler, die den Kommunismus noch miterlebt haben. Die Konsuminvasion nach dem Fall des Vorhangs bildet einen roten Faden durch die Werke. Sei es bei Jan Kadlecs knalligem "McBed", dessen Kopf- und Fußteil die allbekannten goldenen Bögen bilden und so wohl für fette Träume sorgen sollen. Oder bei den von Jan Nálevka aufgefundenen Handtüchern, auf die das Muster der Hundert-Dollar-Scheine gedruckt wurde.

Mit Ost-Klischees wiederum arbeitet Eugenio Percossi, der ein 30er-Jahre-Wohnzimmer nachbaute, wohlgemerkt in Schwarzweiß. Den anderen Weg ging Tereza Velíková, die ihre Kinderfotos nachkolorierte. Und bei einem Studien-Aufenthalt in den USA böse Blicke in die Kühlschränke der unappetitlichen Kapitalisten warf. Ob diese in Prag anders aussehen, sei dahingestellt.

Bis 10. Juni, Kunstraum Niederösterreich, Herreng. 13, Wien 1, Di.-Fr. 11-19 Uhr, Do. 11-20 Uhr, Sa. 11-15 Uhr.

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