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Wer übernimmt die Gemäldegalerie?

18.03.2010 | 18:43 |  (Die Presse)

Das Kunsthistorische Museum hat ungewohnt viele Besucher. Karl Schütz geht heuer in Pension.

Das Stammpublikum war „not amused“, als die Jahreskarte für die Bundesmuseen abgeschafft wurde. Die Jahreskarte für das Kunsthistorische Museum (KHM) allein kostet nun 29 Euro. Statt der erwarteten 20.000 wurden 22.800 verkauft, ein Grund zur Freude für KHM-Geschäftsführer Paul Frey. Drei Millionen Besucher kamen 2009 ins KHM. Wie das? Alles, auch die internationalen Zahlen, wurde zu den üblichen (1,14 Mio.) gerechnet. „Wer ist Karl der Kühne?“, dieser Werbeslogan klang nicht verlockend. Dennoch strömten 200.000 herbei – ins Museum. Zwischen Ausstellung und Museum wird nicht getrennt. Der Leiter der wichtigsten Abteilung des Hauses, Gemäldegalerie-Direktor Karl Schütz, geht dieses Jahr in Pension. KHM-Generaldirektorin Sabine Haag hat sich offenbar für eine interne Nachbesetzung entschieden, auch sie selbst war eine. Kritisiert wird der Verzicht auf eine internationale Ausschreibung. Ist die Wahl auf eine der Kuratorinnen gefallen? Gudrun Swoboda oder Sabine Pénot? In Asien lockte eine Schau der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung 600.000 Menschen, die Habsburger-Ausstellung in Japan stürmten gar 640.000; nun wird es weitere „Roadshows“ (Frey), sprich: aktive Vermarktung, in den USA und in China geben.

Der vom Rechnungshof (RH) kritisierte Leihverkehr wurde eingeschränkt, „das geschieht weltweit“, so KHM-Generaldirektorin Sabine Haag Mittwoch vor Journalisten. Sie freut sich, dass die von ihr geführte Kunstkammer endlich renoviert wird, allerdings fehlen noch zwei auf die 3,5 Mio. Euro Sponsorgelder, die das Ministerium verlangt, das 14 Mio. zahlt. 2012 soll die Eröffnung sein. Ein internationaler Freundeskreis, der „steuerschonende Zuwendungen“ (Haag) aus den USA ermöglicht, soll helfen. bp


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