Von Schönheit und Grausamkeit
„Bedwhisper“ lautet der Titel von Johannes Domenigs Ausstellung im Kunstraum pro arte.
Hallein (eva). Kann man Kunst ordnen? Johannes Domenig ordnet gerne, dazu verwendet er mit Vorliebe Gefundenes. Er ist ein steter Jäger und Sammler und setzt dem Betrachter einen unangenehmen Spiegel vor.
Derzeit sind Domenigs Kunstobjekte zum Thema „Bedwhisper“ im Kunstraum pro arte ausgestellt. Der Ausstellungstitel bezieht sich auch auf zwei Objekte: Es handelt sich dabei um maßgefertigte Metallbetten, deren Liegefläche Domenig als Bühne verwendet. So sind es einmal verschiedene rostige Gebrauchsgegenstände aus Eisen, die ihrer ursprünglichen Funktion enthoben sind. Auf dem zweiten Bett liegen dicht über- und nebeneinander gebrauchte schwarze Arbeitshandschuhe. In beiden Fällen ist das Bett nicht mehr Ruhefläche für müde Körper, sondern für ausrangierte Geräte.
Obwohl der Mensch bei Domenigs Kunstwerken nie selbst dargestellt wird, geht es dennoch meist um ihn. „Hinter der vergangenen Ästhetik der Gegenstände liegt die menschliche Existenz in ihrer vollen Breite“, erklärt Domenig. Neben den Betten beinhaltet Domenigs Ausstellung Bildobjekte. Die verwendeten Materialen stammen vorwiegend aus der Natur, wie Baumrinde, Steine, Dornen und Kohle. Die Herstellung ist meist aufwändig und benötigt viele Arbeitsschritte. Damit hinterfragt der Künstler auch immer wieder sich selbst und seine eigenen, von ihm aufgestellten Ordnungsprinzipien: „Die Ordnung und die gedeckten Farben Schwarz, Weiß, gold und Grau geben mir in der bunten, schnellen Welt Ruhe.“
Die Ausstellung von Johannes Domenig „Bedwhisper“ ist bis Samstag, dem 15. Mai zu sehen. Öffnungszeiten der Galerie sind Mittwoch bis Freitag von 16 bis 19 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 13 Uhr.
