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Neue Vorwürfe gegen Kunsthalle-Leiter Gerald Matt

06.06.2011 | 16:40 |  (DiePresse.com)

Matt soll Besucherzahlen frisiert haben, schreibt das "Profil". Diese Vorwürfe seien ungerechtfertigt, wehrt sich der Kunsthalle-Chef.

Die Kunsthalle Wien und ihr Direktor Gerald Matt kommen nicht zur Ruhe. Nach einer kürzlich erfolgten Entlastung in Bezug auf Reisespesen-Vorwürfe durch einen Prüfbericht berichtet das Nachrichtenmagazin "Profil" von neuen Vorwürfen gegen den Kunsthallen-Chef. Matt habe Besucherzahlen frisieren, seinen Vertrag vom Vorstand heimlich verlängern und sich privat Geld für Jurytätigkeiten auszahlen lassen, heißt es in dem Bericht. Die Kunsthalle weist diese Vorwürfe gegenüber der APA als "ungerechtfertigt und polemisch" zurück. Diese würden "auch durch Wiederholung nicht wahr", so Kunsthallen-Präsident Thomas Häusle in einer Stellungnahme.

Matt habe im Mai 2003 in einem Aktenvermerk festgehalten, dass er bezüglich der Besucherzahlen "bei Eröffnungen (so wie früher auch) von zwischen 1300 und 1.00 Personen ausgehen" würde, schreibt das "Profil". "Nichtsdestotrotz sollten für den internen Gebrauch die mittels Klicker festgestellten Besucherzahlen weiterhin erhoben werden", heißt es weiter.

Schon vor Ablauf des Vertrags verlängert

Ein Briefwechsel mit dem einstigen ÖVP-Kulturstadtrat Peter Marboe aus dem Jahr 2002 soll belegen, dass die Amtsverlängerung Matts fast eineinhalb Jahre lang verschwiegen wurde. Matt ließ sich 2000 von seinem Vorstand bereits Jahre vor Ablauf seines Vertrags für ein Jahrzehnt als Direktor bestätigen. Marboe schrieb, er könne die Vorgehensweise des Vorstandes "nur als unangebrachten Hohn empfinden".

Weiters werden von "Profil" die Nebeneinkünfte - darunter 8000 Euro für "Jurytätigkeiten für die Invest Kredit Sammlung" des Unternehmers Heinz Mathis, der wiederum ein Geschäftspartner Häusles ist - und die Dienstreisen Matts aufgelistet. Seit 2002 sei der Kunsthallen-Direktor nie weniger als 101 Tage im Jahr auf Reisen gewesen, 2007 sogar 127 Tage.

Dienstreisen"angemessen"

Die Kunsthalle entkräftet gegenüber der APA diese Fakten: Die Dienstreisen Matts "waren Gegenstand der Prüfung" und "wurden als angemessen und im üblichen Rahmen bezeichnet". Auch die Nebentätigkeiten seien "vertraglich gestattet und dem Vorstand bekannt" gewesen. Und die Besucherzählung werde nach Empfehlungen des Rechnungshofes mittlerweile im Einvernehmen mit diesem durchgeführt.


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