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Im Atelier Augarten der Österreichischen Galerie:

Ein Querschnitt durch die Objektkunst seit 1945

Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer

Debattieren Sie mit!Der in den fünfziger Jahren von Georg Lippert gestaltete Baukomplex für den Bildhauer Gustinus Ambrosi ist mit Einbindung der Denkmalschutzauflagen in den letzten Jahren von der Architektin Susanne Zottl (Mitarbeit Waltraud Hohenreder, Andreas Wohofsky) umgestaltet worden.
Die Eingangsituation wurde zum Areal und in den Bau völlig verändert, ein Café und eine Wohnung wurden für einen Artist in Residence eingebaut und die Palstiken Ambrosis in einer musealen Aufstellung in einen Trakt gestellt, was zu Protesten von Anhängern des Künstlers führte, aber die Ausstellungssituation für die Österreichische Galerie und ihre Gegenwartssammlung endlich verbesserte. Die transparente Gestaltung mit viel Glas und Metall ist bis auf Kleinigkeiten wie einem teilweise verlegten viel zu staubanfälligen Boden sehr gelungen.
Als erste Schau bis 16. September ist mit "Objekte" die "Skulptur Österreichs nach '45" aus ihrem Stiefkinddasein erweckt und in mehreren Themenschwerpunkten ("König Ödipus", Röhre, Buchstaben und "Der kalte Krieg") geordnet. Florian Pumhösl hat ein "Raumgitter" als Inventar entworfen zu "König Ödipus", als Titel und Tatsache folgerichtig mit dem Werk Fritz Wotrubas ansetzend.
Doch sind schon hier mit Hollein, Export, Gironcoli, West, Stimm, Magreiter, Weinherger und Trauttmansdorf fast zu viele Objekte ausgewählt, die alle nicht mit dem nötigen Abstand in den eher intimen Atelierräumen betrachtet werden können - dieses Problem wird sich hier immer stellen, deshalb waren schon zuvor Personalen immer passender.
Da die Auswahl unter Mitarbeit von Künstlern entstanden ist, kann der Stau auch damit begründet sein; jeder wollte sein Konzept unterbringen - ein allein verantwortlicher Kurator wäre wohl angebrachter ge- wesen. Natürlich sind zum Thema Röhre die Künstlerin- nen und Künstler Kowanz, Kogler, Avramidis, Pichler und Zobernig selbstverständlich, aber zuweilen sind es Werke, die schon aus anderen Kombinationen bekannt sind. Zu den "Buchstäblichkeiten" Attersees, Geigers, Bertonis, Gappmayrs, Painitz' u. a. kommen als Wiederholung Gironcoli, Weinberger, Zobernig.
Natürlich ist keiner der Letzteren auf ein Thema festzulegen, aber zugunsten des kleinen Raumes sollte die Anhäufung doch vermieden werden. West kehrt dann auch mit Hrdlicka, Frieberger, Kogelnik, Stenvert, Schuster, Lulic zum "Kalten Krieg" wieder; bei all der Voll- ständigkeit wundern Fehlstellen wie Urteil, Hoflehner, Ölzant, Prantl, Goeschl.
Wenn unvollständig, wäre die Linie zwischen historischen Positionen und neuen Medien usw. klarer zu ziehen, aber, zugegeben, jede Auswahl ist subjektiv, in manchen Beispielen drängt sich trotzdem das Gefühl von unbedingter "Zeitgeistigkeit" auf. Doch es ist die erste Schau über Skulptur usw. seit der in der BAWAG 1994 und das große Katalogbuch vereint wichtige Texte von Autoren wie Werner Hofmann, Hans Hollein, Wilfried Skreiner, Otto Breicha, Rainer Metzger, Rainer Fuchs, Thomas Zaunschirm, Brigitte Huck, Toni Stooss und Thomas Trummer - dem verantwortlichen Kurator der Ausstellung - zum Standardwerk.

Erschienen am: 05.09.2001

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