| Salzburger Nachrichten am 06. November 2002 - Bereich: KI
Wiener Malerin Helga Philipp starb mit 63 Jahren
Helga Philipp wurde in Wien geboren und arbeitete vorwiegend in ihrem
Atelier in einer Villa aus der Jahrhundertwende in Ternitz in
Niederösterreich. Dort sind auch hunderte Bilder der Malerin gelagert.
Schon Mitte der 60er Jahre beschäftige sich die Künstlerin mit "konkreter
Kunst", noch bevor andere dem Konstruktiven und dem Kinetismus ihre
Aufmerksamkeit schenkten. Sie galt als Pionierin dieser Richtung, die
später aus dem an sich engen Spielraum des Konkreten ein breites Spektrum
geschaffen hat. Seit 1968 stellte sie in der Galerie nächst St. Stephan immer wieder
aus, jedoch hat sie mit der gängigen abstrakten Strömung Österreichs nach
1945 nichts zu tun. Ihre frühen kinetischen Objekte und Op-Art-Beiträge
wurden zusammen mit Marc Adrian und Richard Kriesche gezeigt. Als geistige
Ahnen können Albers, Vasarely, Stella und die Wiener KinetistInnen genannt
werden. In den sieben Monaten ihrer schweren Krankheit konzipierte sie noch
eine neue Serie von Siebdrucken, wobei sie erstmals nach Jahrzehnten mit
grellen Farben arbeitete. (Schluss) mf |