Hungern für die Kunst?

Die Kunstszene und die Designerszene liegen eng beieinander. Im Hause Wittmann treffen sie sich.


Der Möbelproduzent Heinz Hofer-Wittmann hat in seiner Sammlung Bilder renommierter Künstler wie Kocherscheid, Attersee, Walter Pichler, oder Hermann Nitsch. Er sammelt aber auch junge Künstler wie Eva Schlegel oder Peter Kogler - aus diesen sehr unterschiedlichen Richtungen hat er bisher an die 100 Kunstwerke zusammen getragen. Nicht zufällig ist das neue Möbelhaus Wittmann im neu entstehenden Kunstgrätzl Wiens, zwischen Kunsthalle und Museumsquartier plaziert.

Privates Interesse und Strukturarbeit

"Wenn mir Dinge gefallen, dann kaufe ich sie. Sowohl meiner Frau als auch mir geht es nicht zuletzt darum, im Einkaufswege den Künstler kennen zu lernen." Heinz Hofer-Wittmann sammelt Kunstwerke weder zu Zwecken der Geldanlage, noch hält er es für notwendig, zum Kunstsammeln reich sein zu müssen.

Er setzt immer wieder Sponsoringaktivitäten, die für ihn gleichzeitig auch ein werblicher Auftritt und daher von der Steuer absetzbar sind. Darüber hinaus geht es ihm aber vor allem darum, Strukturen zu schaffen, die Kunst ermöglichen. So ist er mit zehn Prozent am Stammkapital der neuen Dachorganisation der Niederösterreichischen Kulturbetriebe, der NÖKU, beteiligt und mit fünfzehn Prozent am Stammkapital der Kunsthalle Krems. Das hat er übrigens mit einem anderen wenig bekannten Sammler gemeinsam, Hubert Mierka vom Hafen Krems. Vertreten ist Heinz Hofer-Wittmann auch im "International MAK advisery board".

Außerdem ist die Firma Wittmann am "ArtPool" beteiligt, einer neuen Form des Sponsoring, in der sich mehrere Firmen zu einem Sponsoring-Pool zusammenschließen. Gefördert wird vor allem Kunst im öffentlichen Raum. Wie zum Beispiel die künstlerische Bearbeitung des Eisernen Vorhanges in der Wiener Staatsoper.

Eiserner Vorhang 1999/00 der Wiener Staatsoper, Christine und Irene Hohnebüchler
Eiserner Vorhang 1999/00 der Wiener Staatsoper, Christine und Irene Hohnebüchler

Für Heinz Hofer-Wittmann ist es Aufgabe der Wirtschaft, der Kunst ihren Auftritt zu ermöglichen. Eine Form der Unterstützung sieht er darin, wenn die Bilder angekauft werden. Er erhofft sich zu diesem Zweck steuerliche Anreize für die Käufer. Obwohl er selbstverständlich jederzeit dazu bereit ist, für die Kunst Opfer zu bringen. "Ich könnte mir schon vorstellen, für ein schönes Bild zu hungern, wobei das Hungern heute ja eine relative Geschiche ist."

Links:

ArtPool
Franz Wittmann Möbelwerkstätten

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