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Kultur 

Die Ausstellung "Entsprechungen" ist in der Bludenzer Galerie allerArt zu sehen

Aus dem Körper gegriffen

Die Bludenzer Galerie allerArt zeigt derzeit Sehstücke und Hörspiele.

Bludenz (VN-ag) Drei bildende Künstler, drei Schriftsteller und Bilder und Worte, die sich im Ausstellungsraum begegnen: das sind die Parameter für die Ausstellung "Entsprechungen", derzeit zu sehen in der Galerie allerArt.

Ausgangspunkt für Kurator Alfred Graf war die Beobachtung, dass beim Hören manchmal Bilder wach werden, die "wie leichte tektonische Hebungen (Ä) aus dem Unterbewussten" aufsteigen und präsent werden. Zu diesen Erinnerungen an ähnliche Strukturen, Verwandtschaften in verschiedenen Medien, hat Alfred Graf "Entsprechungen" aus Kunst und Literatur zusammengestellt.

So korrespondiert die Malerei der Tiroler Künstlerin Andrea Bischof, die durch die Spannung zwischen Aspekten der Sichtbarkeit und des Unsichtbaren, zwischen Aufzeigen und Verdecken gekennzeichnet ist, mit Oswald Eggers Hörspiel "Tuning - stumm". Der schwebend leichte Status der Malerei von Andrea Bischof, die im Herbst in einer Einzelausstellung in Bludenz zu sehen sein wird, findet sich im gesprochenen Text Oswald Eggers wieder, wo viel Raum und Zeit zwischen den Worten liegt, die wie ein Echo nachklingen.

Kamerablick

Dichter, komprimierter, geht es in der Konstellation Thomas Joshua Cooper und Michael Lentz zur Sache. Der Kamerablick des amerikanischen Künstlers und Fotografen evoziert keine Landschaftsbilder im herkömmlichen Sinn.

Es sind vielmehr Naturformationen, Land und Wasser, Schwarz und Weiß, die selbst bei eingeblendetem Titel keinerlei weitere Information über die abfotografierte Landschaft bieten. Michael Lentz' Hörspiel "Tell me" fordert zum Erzählen auf, doch die Ermunterung scheint vergeblich.

Den expressivsten Part steuern der österreichische Sprachkünstler Franzobel mit "Vanilleknall" und eine Sequenz von Kohlezeichnungen von Carla Degenhardt bei. Mitten aus dem prallen Leben und dem Körper gegriffen, entstehen die tragikomisch anmutenden Zeichnungen von Degenhardt beidhändig und mit geschlossenen Augen.

Jeder mit jedem

Als subjektive Auswahl von Sehstücken und Hörspielen vom Kurator Alfred Graf zwar paarweise angelegt, scheinen die Paarungen durch die Art der Präsentation (die Texte werden nacheinander abgespielt und sind nicht direkt zugeordnet) wenig zwingend. So kann eigentlich jeder mit jedem. Eine Chance, die auch die Gefahr der Beliebigkeit birgt.

Die Ausstellung ist in der Galerie allerArt, Remise Bludenz, bis zum 25. März zu sehen, geöffnet Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonn- und Feiertag 15-18, Donnerstag 16-20 Uhr. Am 20. März, 20 Uhr, lesen Franzobel und Oswald Egger aus aktuellen Werken.

Bischof spielt mit der Sichtbarkeit, während Degenhardts Arbeiten aus dem Leben schöpfen. (Fotos: Grabher)




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