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| Aufgehängter Engel:
Verantwortung für Linz |
Seit 600 Jahren trotzt ein Haus am
Donauufer allen Widrigkeiten der Natur. Das "Salzamt", wie es
genannt wird, hatte zur Zeit Friedrich III. die Funktion, das
nebenan befindliche kaiserliche Salzlager zu verwalten. Jetzt
ist es still in diesem Geisterhaus, von gelegentlichen Partys
abgesehen.
"In absehbarer Zeit wird dieses Haus
verkommen und verfallen. Der bestehende Denkmalschutz wird
daran nichts ändern. 1965 erschien ein Artikel. Er handelte
vom Linzer Bildhauer und Maler Josef Fischnaller und dem
Verein Donauschule, von der Vision eines offenen Kunsthauses,
in dem Ateliers und Ausstellungsräume vergeben werden." - So
Paul Fischnaller, Galerist, Musiker und Sohn des Linzer
Künstlers, der weiters anmerkt, dass nun 37 Jahre vergangen
und offene Kunsthäuser keine Utopie mehr sind: "In unseren
Breitengraden werden diese Häuser halt quasi von ober herab
,verordnet´ und umgesetzt, wohl mit dem Gedanken, anders ginge
es nicht."
Verrotten Kunstwerke
Gleichzeitig werde diese gewesene Kunstgeneration
von offizieller Stelle mehr oder weniger ignoriert bis
totgeschwiegen. Paul Fischnaller: "Wer hat sich noch dafür
interessiert, was mit Ruprechters Bildern geschehen ist? Wo
befindet sich der Nachlass von Engelbert Kliemstein, dem
ersten Galerieinhaber von Linz? In welchem Keller verstauben
die Werke Josef Häupls, Franz Eckers oder Norbert Drienkos?
Kann es sein, dass Bilder des Linzer Rembrandt Fritz Aigner
nur in einschlägigen Etablissements und in den Tresoren der
Banken zu finden sind? In welchem Museum befindet sich eine
Arbeit von Josef Fischnaller?"
Paul Fischnaller
vermisst das Erkennen und Bewahren des in der Region
Geschaffenen. Als sichtbares Zeichen von Verantwortung dafür
hängt seit dem 7. des Monats ein von Josef Fischnaller
geschnitzter, sechs Meter hoher hl. Michael an der Ostfassade
des Salzamtes. Ein Geschenk an Linz, das sich seiner
regionalen Verantwortung bewusst sein sollte. (dh)
OÖNachrichten vom 13.11.2002 |
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