 |
Beträchtlich früher als bisher üblich wurde von
Staatssekretär Franz Morak (ÖVP) am Dienstag der Kunstbericht des Bundes
für das Jahr 2002 in den Ministerrat eingebracht. 79,56 Millionen Euro
verwendete der Bund im Vorjahr für die Kunstförderung. Das scheint auf den
ersten Blick im Vergleich zu 2001 mit fast 108 Millionen Euro wenig, würde
eine Kürzung um ein mehr als ein Viertel bedeuten. Doch damals waren große
Summen für Sonderprojekte aufgebracht worden: Vor allem Graz als
Kulturhauptstadt 2003 (14,53 Mio. €), sowie Investitionen für den Umbau
des Kleinen Festspielhauses in Salzburg (9,44 Mio. €) und des Musikvereins
in Wien (3,63 Mio. €) hatten kräftig zu Buche geschlagen.
Ein aussagekräftigerer Vergleich ergibt sich mit dem Jahr
2000. Damals waren rund 77 Millionen Euro ausgegeben worden: 2002 bringt
gegenüber 2000 eine leichte Steigerung in absoluten Zahlen - eine
Stagnation, wenn die Inflation berücksichtigt wird.
"Das ist kein Grund zum Jubeln," sagte die
Kultur-Sprecherin der SPÖ, Christine Muttonen: "Die Werte von 1999 (88,5
Mio. €) wurden seither nicht mehr erreicht. Morak ist es nicht gelungen,
neue, innovative Bereiche zu fördern." Es sei bedauerlich, dass viele
Kulturinitiativen inzwischen aufgeben mussten.
Den größten Anteil an den Förderungen hatten erneut Musik
und Darstellende Kunst. (39,38 Mio. €; 2001: 51,24 Mio.) Zu den Gewinnern
zählte das Österreichische Filminstitut: 9,6 Mio. € (2001: 7,7 Mio.),
davon hat es nur 8,2 Mio. ausgeschöpft. Morak setzte zudem Schwerpunkte
beim internationalen Kunstaustausch, mit der Ausstellung "East Meets West"
im Künstlerhaus Wien (96.372 €), sowie "Design Now Austria" (167.000 €),
die in Fernost und Australien gezeigt wurde. Zudem wurde die Teilnahme des
Architekten Günter Domenig an der Biennale Shanghai (24.931 €) realisiert.
Gefördert wurde auch Peter Weibels "In Search of Balkania" (200.000 €).
Unter den großen Posten hat das Theater in der Josefstadt nach der
Entschuldung mit nunmehr 5,5 Mio. € den Stand von 2001 (7,7 Mio. €) nicht
mehr erreicht. Die Salzburger Festspiele erhielten die geforderten 5,17
Mio. € (2001: 5,3 Mio. €).
© Die Presse | Wien
|
 |