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derStandard.at | derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
24. September 2008
13:07 MESZ

Link: Kunsthalle.at  

 
Nin Brudermann, Rainer Ganahl und Mathias Kessler in der Kunsthalle Krems
Ausstellung "Go NYC" zeigt New Yorker Künstler mit Österreichbezug

Krems - Neben "Joseph Beuys. Schamane" zeigt die Kunsthalle Krems ab 5. Oktober die Werke dreier aus Österreich stammender Kunstschaffender, die seit mehr als einem Jahrzehnt in New York leben und heute akzeptierte Mitglieder der dortigen Kunstszene sind: Kuratiert von Direktor Dieter Buchhart, präsentiert "Go NYC" bis 15. März 2009 Nin Brudermann, Rainer Ganahl und Mathias Kessler. Alle drei setzen sich kritisch mit dem politischen und gesellschaftlichen System der USA und der westlichen Überflussgesellschaft auseinander.

Foto & Video

Nin Brudermann betreibt nach Angaben der Kunsthalle ein Vexierspiel mit wissenschaftlichen Relikten als scheinbaren Beweisstücken des Echten und dem Filmgenre. Die Installation "Aurelio Z" entwickelte die Künstlerin aus einem Fundstück, einer kleinen Kommode, in der sie u. a. die Mitgliedskarte eines Aurelio Z. für eine Videothek und einen Brief an den US Secret Service entdeckte. Nach eingehender Recherche gelang es ihr, diese Gegenstände miteinander und mit zeitgeschichtlichen Ereignissen vom Zweiten Weltkrieg bis heute zu verbinden. Die entstandene eine "atemberaubend spannende Gameshow" verpflichtet die Besucher zur Partizipation.

Rainer Ganahl zeigt in seiner Videoinstallation "motherfatherdaughter" eine Familie, die niemals eine war: Der aus Rumänien stammende Vater schwängerte die Mutter während eines Arbeitsaufenthaltes in Tschechien, die Tochter wuchs bei ihrer allein erziehenden, später krebskranken Mutter auf, verließ früh ihr Zuhause und traf in den USA erstmals ihren vor Jahren ausgewanderten Vater. Ganahl dokumentiert gut recherchierte Emigrantenschicksale, als Konzeptkünstler setzt er sich mit Fragen der Zeitgeschichte, von Lebenswelten und Mentalitäten, mit Sprache und Medien auseinander.

Mathias Kessler stellt in "Secluded Nights" das romantisierende Streben der postmodernen Ökologiebewegung nach Ursprünglichkeit und Unberührtheit infrage. In seinen Fotografien - er nimmt Landschaften aus einer Entfernung von fünf Kilometern mit einer Lichtstärke von bis zu 200.000 Watt auf - thematisiert er Eingriffe in die Natur und deren Kultivierung. (APA)

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