| Salzburger Nachrichten am 18. August 2005 - Bereich: kultur
Ausstellung
Prall und pinkfarben hüpft und wirbelt ein Ballon auf weißem Hintergrund über die Leinwand,
bis er mit kräftigen Zischlauten in sich zusammensinkt. Keine Sekunde
lässt die Spannung nach. "Breathless" - atemlos und mit Vergnügen verfolgt
der Besucher das gleichnamige Video der USamerikanischen Künstlerin Nancy
Davidson in der Galerie Eboran in Salzburg, die am Dienstag ihre jüngste
Ausstellung eröffnet hat. Die Faszination des Videos liegt in der verblüffenden Einfachheit der Mittel sowie in
der Begleitung der Szenen durch pneumatische Geräusche, die der Ballon
abgibt. Die Nähe zu Atem, Luft und Leben ist zu sehen, spüren und hören.
Schon seit Jahren findet Nancy Davidson im beweglichen, wandlungsfähigen
Material des Ballons ihre Ausdrucksmöglichkeit. Auch in ihrer Installation
"roped", pink-schwarze Latexluftballons hängen kraftlos, zugleich komisch
und tragisch an einem Seil. Körperhaft sinnlich ist auch ein rätselhaftes Gerät namens "home on legs" von Julie
Hayward, die 1968 in Salzburg geboren wurde. Sei es ein heiliger Schrein,
sei es eine erhöhte Tragbahre, das rosahautfarbene Objekt auf Beinen, mit
schwarzem Plüschfell ausgekleidet - all dies gibt zu Interpretationen
Anlass. Julie Hayward mischt anorganisches und organisches Material zu
Objekten, die kühle, mysteriöse Technik mit flauschig-weichen Stoffen
zusammenführen. An dieser Schnittstelle springt die Arbeit in eine neue
Dimension, Humor kommt ins Spiel, wie in der Skulptur "Kitzelkorsett". Dies ist eines der Beispiele für Kooperationen Salzburger Galeristen mit der
Sommerakademie für Bildende Kunst, an der beide Künstlerinnen
unterrichten.ULRIKE GUGGENBERGER |