London - Eine Skulptur des französischen Malers und Bildhauers Edgar Degas ist am Dienstag in London für 13,2 Millionen Pfund (ca. 14,7 Millionen Euro) versteigert worden. "La Petite Danseuse de Quatorze Ans" ("Die kleine 14-jährige Tänzerin") trotzte der Krise auf dem Kunstmarkt und übertraf den Höchstschätzpreis von 12 Millionen Pfund. Ein asiatischer Sammler habe die "Kleine Tänzerin", ein Bronzeabguss eines berühmten Wachsmodells, aus dem Besitz des britischen Kunstsammlers John Madejski erworben, teilte das Auktionshaus Sotheby's mit. Bisher hatte der Rekordpreis für eine Degas-Skulptur bei 12,3 Millionen Dollar (9,4 Millionen Euro) gelegen, die 1999 verkauft worden war.
Das Wachs-Original, das um 1880 entstand, ist die einzige Figur, die zu Degas' Lebzeiten (1834-1917) ausgestellt wurde. Der Abguss entstand 1922 und ist einer von wenigen, die noch im Privatbesitz waren. Wegen ihrer sehr realistischen Darstellung sorgte die "Tänzerin" bei ihrer ersten Ausstellung 1881 für Aufsehen: Dargestellt ist ein Mädchen in Ballettröckchen und mit Haarschleife, das seine Hände hinter den Rücken legt und einen Fuß nach vorn streckt. Es sei die wichtigste Skulptur von Degas und eine der bedeutendsten des Impressionismus, erklärte die Vizechefin für impressionistische und moderne Kunst bei Sotheby's, Helena Newman.
Unter den Schätzwerten
Ein bedeutendes Gemälde des deutschen Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner erreichte bei der Auktion impressionistischer und moderner Kunst bei Sotheby's 5,4 Millionen Pfund. "Straßenszene" (1913) kam damit nicht auf den Höchstschätzpreis von 7 Millionen Pfund. Kirchner (1880-1938), Mitbegründer der Künstlervereinigung "Die Brücke", schuf zwischen 1913 und 1915 elf Versionen der Berliner Straßenbilder in Öl. Das Gemälde, das jetzt versteigert wurde, ist nach Angaben von Sotheby's das einzige, das noch im Privatbesitz geblieben war. Der Sprecher wollte den neuen Besitzer nicht nennen.
Kokoschkas Ölgemälde "Istanbul I" ging laut der Homepage von Sotheby's für umgerechnet 1,66 Mio. Euro weg; es war zwischen 1,3 und 2 Mio. Euro gehandelt worden. Auf dem Programm stand auch ein Selbstbildnis von Egon Schiele. Bei einem Schätzwert von umgerechnet rund 664.500 Euro erzielte es schließlich 533.000 Euro. Weitere Zeichnungen von Schiele unter dem Hammer: "Bildnis eines Herren (Carl Reininghaus)" - 200.742 Euro sowie "Edith mit Hut und Gesichtsschleier" - 267.195 Euro. Beide waren auf rund 332.000 Euro geschätzt worden. Klimts auf bis zu knapp 200.000 Euro geschätztes "Brustbild einer Dame von vorne" wurde schließlich für 214.033 Euro erstanden. Weitere Werke, die versteigert wurden, stammten von Miro, Magritte, Picasso oder Chagall. (APA/dpa)