27.10.2003 12:52
Otto Mauer-Preis 2003 an Simon Wachsmuth
Jury lobt "Subtilität, Sparsamkeit der Mittel und Reduktion auf eine
elementare Formensprache" - Foto
Wien - Der Msgr. Otto Mauer-Preis für bildende Kunst, der heuer
durch den Otto Mauer Fonds zum 23. Mal vergeben wird, geht an den in Hamburg
geborenen, in Tel Aviv aufgewachsenen und heute in Wien und Berlin lebenden
Künstler Simon Wachsmuth. Der Preis, der mit 11.000 Euro dotiert ist und für das
gesamte bisherige Werk von österreichischen Künstlerinnen und Künstlern unter 40
Jahren vergeben wird, soll am 25. November (20 Uhr) in den Festräumen des
Erzbischöflichen Palais durch Christoph Kardinal Schönborn überreicht werden,
hieß es in einer Aussendung.
Ausstellung im
JesuitenFoyer
Vom 28. November bis 12. Dezember 2003 präsentiert
Wachsmuth im Rahmen einer Ausstellung im JesuitenFoyer (Bäckerstraße 18)
ausgewählte Werke. "Die künstlerische Vorgehensweise von Simon Wachsmuth
vereinigt Subtilität, Sparsamkeit der Mittel und Reduktion auf eine elementare
Formensprache mit weit gespannten inhaltlichen Bezügen", heißt es in der
Jury-Begründung. Der in unterschiedlichen Medien arbeitende Künstler wiederhole
etwa die Künstlichkeit der Gestaltung in japanischen Holzschnitten in einer
computergenerierten Animation, wobei der sinnliche Reichtum erhalten bleibe.
Wachsmuths "Behandlung aktueller Fragestellungen" ist "eingebettet in Bezüge zur
Kunst- und Kulturgeschichte". Dadurch werden "Probleme der Gegenwart, wie die
Ausbeutung der Landschaft, nicht isoliert kritisiert, sondern in einen
Zusammenhang gestellt, der ungewohnte Aspekte erschließt", so die
Jury.
Jury: "Hoher sinnlichen Reiz"
Gewürdigt wird die
"Sparsamkeit der Mittel mit hoher inhaltlicher Komplexität" in Wachsmuths Werk.
"Die künstlerischen Mittel werden auf ihre Essenz reduziert. Doch gerade so
erhält das Werk einen hohen sinnlichen Reiz". Dieser "Minimalismus"sei ein
"gezielter Versuch, den Einsatz neuer Medien zu reflektieren und sich somit der
Hermetik elektronischer Ausdruckshilfen zu entziehen".
Wachsmuth wurde
1964 in Hamburg geboren. Er studierte Malerei bei Carl Unger und Adolf Frohner
sowie visuelle Mediengestaltung bei Peter Weibel an an der Hochschule für
Angewandte Kunst in Wien. 1989 wurde er mit einem "Prix Ars Electronica" in Linz
ausgezeichnet. Wachsmuths Werk war in zahlreichen Ausstellungen zu sehen, so
etwa bei "Emerging Artists" in der Sammlung Essl (2000), Einzelausstellungen
verzeichnete der Künstler u. a. in der Galerie Hohenlohe &
Kalb.
Vorjahres-Preisträgerin Dorit Margreiter
Der Otto
Mauer-Preis wird seit 1981 durch den Otto Mauer Fonds der Erzdiözese Wien
verliehen, der unter der Ägide von Kardinal Franz König gegründet wurde. Damit
soll das Wirken von Monsignore Otto Mauer, der sich intensiv um einen Dialog der
Kirche mit Kunst und Wissenschaft einsetzte, fortgeführt werden. 2000 gewann
Florian Pumhösl den Preis, 2001 ging die Auszeichnung an Michael Kienzer,
vorjährige Preisträgerin ist Dorit Margreiter. (APA)