Hai-Attacke am Bodensee
Kunsthaus Bregenz erwartet heute die Lieferung eines spektakulären Werks.
CHRISTA DIETRICH christa.dietrich@vn.vol.at, •72/501-225
Bregenz (VN) Ein
knapp vier Meter langer, in verdünntem Formaldehyd konservierter
Tigerhai, zählt zu den Ikonen der Kunst der 90 er-Jahre. Sein Schöpfer,
der Brite Damien Hirst, hat das Werk, das aufgrund unsachgemäßer
Lagerung zerstört wurde, nun erneuert. Erster Präsentationsort der
Skulptur ist das Kunsthaus Bregenz. Demnächst
eingebettet in eine Schau zum Thema (Alltags-)Objekte in der Kunst, zu
der sich auch Arbeiten von Jeff Koons gesellen (und über die noch zu
berichten ist), wird der aus den Gewässern um Australien stammende Hai
heute aus England in Bregenz angeliefert. Urängste
Während die
Kunsthaus-Crew ein etwa 20.000 Liter fassendes Aquarium errichtet, wird
die Prozedur der Umlagerung des konservierten Tieres, so Kurator Rudolf
Sagmeister, mehrere Tage in Anspruch nehmen. Eine Herausforderung für
das Team. Freilich weckt ein derartiges Werk auch voyeuristische
Instinkte. Nachdem viele Besucher erwartet werden können, sei im
Vorfeld schon erläutert, dass Damien Hirst auch auf Raubtier-Präparate
verweist, die in der
Kunstgeschichte seit Jahrhunderten eine Rolle spielen. Sie hatten das
Böse zu verkörpern oder abzuwenden und waren vor allem in den etwa auf
Fürstenhöfen beliebten "Wunderkammern" Beispiele für die stets
existierenden Urängste der Menschen.
Die Ausstellung
"Re-Object" mit Arbeiten von Damien Hirst, Marcel Duchamp, Jeff Koons
und Gerhard Merz ist vom 18. Februar bis 13. Mai (Di bis So, 10 bis 18
Uhr, Do bis 21 Uhr) im Kunsthaus Bregenz zu sehen. mehrwissen.vol.at##
• Ein Hai im Kunsthaus Bregenz. Informationen zur Ausstellung "Re-Object" (18. Februar bis 13. Mai).
STICHWORT
Damien Hirst
Der 1965 in Bristol
geborene Künstler ist ein Top-Vertreter der sogenannten "Young British
Art", die erstmals zu Beginn der 90 er-Jahre für Aufsehen sorgte.
Hauptthema des Künstlers, der auch als Musiker oder Sammler in
Erscheinung trat, ist der Kampf gegen das Sterben. Hauptarbeiten von
Damien Hirst sind in Formaldehyd konservierte Tierkörper, die auch
Urängste der Menschen thematisieren. Damien
Hirst konservierte einen Tigerhai: "The Physical Impossibility of Death
in the Mind of Someone Living". (Foto: Hirst, KUB) Getrockneter Hai unter dem Torbogen zur Bregenzer Oberstadt. (Foto: Sagmeister)
Skulptur "Pink Panther" von Jeff Koons. (Foto: Koons/KUB)
Urängste der Menschen dieser Art zu thematisieren, hat in der Kunst eine lange Tradition.
KUB-KURATOR RUDOLF SAGMEISTER
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