Arik Brauers Blumen für dasAlte Testament
80. Geburtstag. Das Dommuseum in Wien widmet dem „fantastischen Realisten“ Arik Brauer bis 20. Juni eine Ausstellung.
ERNST P. STROBL Wien (SN). Schon im Vorjahr hatte das Wiener Dommuseum einen 80-jährigen Künstler geehrt, nun hatte schon wieder einer der berühmten Österreicher – am 4. Jänner – seinen 80. Geburtstag gefeiert: Arik Brauer. Nach dem Kommunisten Alfred Hrdlicka ist jetzt der Sohn eines jüdischen Handwerkers mit seiner Kunst im Museum der katholischen Kunst. Bei Hrdlicka musste wegen Protest aus dem Kirchenvolk ein allzu drastisches Abendmahl abgenommen werden, Arik Brauer ist nicht provokativ. „Die Kunst ist im Grunde nichts anderes als das Streben nach Harmonie“, sagt er. Es ist kein Wunder, dass bei Brauer selbst der Satan als „schönster aller Engel“ in Erscheinung tritt.
Beim Eingang ins Dommuseum gibt es eine Reihe von Plakaten zu sehen, bei den Öl- und Temperaarbeiten legt Brauer aber Wert darauf, nicht „plakativ“ zu wirken. Es gibt viele Bilder, die vor Symbolik überquellen, man darf sich also ruhig Zeit lassen beim Betrachten der Werke, die sich „Stars“ wie Moses oder Abraham, mitunter aber auch den Randfiguren des Alten Testaments zuwenden. Man findet Anklänge an Breughel oder Marc Chagall, dennoch ist Brauer, der ohne Vorskizzen malt, unverkennbar. Für Brauer ist Salomos Hohelied das größte Werk der Liebeslyrik, die Liebe durchzieht auch sein eigenes Schaffen.
Die insgesamt 34 ausgestellten Arbeiten tragen zwar die Signatur, aber keine Jahreszahl. „Ich mache ohnehin immer dasselbe“, sagt Brauer auf Nachfrage, er selbst könne nur sagen, aus welchem Jahrzehnt die Bilder stammten. Die Schau umfasst Malerei aus den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart, eines der ganz raren bedrückenden Bilder heißt „Die Hakenkreuzigung“ und ist erst vier Jahre alt. Aber auch hier gibt es Zeichen der Hoffnung beim Gekreuzigten, seine Dornenkrone trägt Blüten. Die Poesie der Liebe mit Brauers typischen floralen Ausschmückungen konzentriert sich auf Figuren wie Salomon oder biblische Liebespaare. Im Bild „Lied der Lieder“ hat Arik Brauer seiner Gattin ein – liebevolles – Porträt gewidmet.Internet: www.dommuseum.at




















