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derStandard.at | Newsroom | Kultur | Bildende Kunst 
21. April 2009
17:25 MESZ

Einladung zum Positionswechsel: Franz Graf in der Schausammlung Gegenwartskunst des Mak.


Entwurf für ein Bühnenbild
Franz Graf als "Künstler im Focus" des Museums für angewandte Kunst

Wien - Wo treffen sich die Klassik und das Leben, wo ist der Ort, an dem die stilisierte Form mit jenen Wunden zusammenfällt, welche das Konkrete, das jeweils erwählte Gegenüber zufügt? Und ist ein anderer denn der obsessive Weg dorthin denkbar? Und was ist paranormal? Und beginnt Sinnlichkeit nicht erst dort, wo alle Mitspieler endlich davon lassen, Einverständnis vorzutäuschen? Und kann man Natur in einer nicht pervertierten Form überhaupt ertragen?

Jedenfalls gilt: Final Song First. Klang- und andere Körper gegen den Strich streicheln, das mentale Atelier immer wieder einmal voll- und gleich danach wieder leerräumen. Und: aufzeichnen, was das Leben so hergibt, aus Wörtern Buchstaben extrahieren, Brüsseler Spitzen auf ihre gründenden Muster reduzieren, Grafit auf Transparentpapier auftragen, die Idylle im vollumfassenden Misstrauen lieben, querverweisen.

Installation, Rauminstallation, Objekt, Schwarz-Weiß-Fotografie, Fotografie, Konzeptkunst, Siebdruck, Zeichnung, CD-ROM, Kunst im öffentlicher Raum, Plakat, Malerei, Mischtechnik, Musik, elektronische Musik: Franz Graf wird unter vielen Suchkriterien gelistet. Im Mak steht er derzeit im Focus. Als sechster einer offenen Serie von Künstlern, die beispielhaft installieren, was eine Schausammlung leisten könnte - mit einem Mehr an Budget. Franz Graf hat 1993 die Mak-Schausammlung Renaissance/Barock/Rokoko interpretiert. Franz Graf ist in der Mak-Sammlung Gegenwartskunst vertreten.

Und dort hat er jetzt arrangiert, wohin die Ausweitung des Bestandes an seinen Arbeiten führen könnte: zu einer Bühne, die zugleich die Präsenz und das Abwesen des Künstlers nahelegt, die einlädt, die Sammlungen des Hauses als Arbeitsmaterial zu begreifen, die Objekte als Mitbewohner zu betrachten, als Komplizen dabei, der Welt ein neues Gesicht, dem eigenen Tun ein neues Profil abzuringen. Alfons Schilling hat im selben Raum demonstriert, wie Sehmaschinen Weltbilder erschüttern können, Padhi Frieberger hat festgestellt: "Ohne Künstler keine Kunst." Graf fordert Final Song First, verlangt nach einem Archiv in progress, verweigert den Objekten ihren Fixplatz.

Etwa fünf Monate lang wird er das im Mak tun. Danach wird Liam Gillik die Besucher mit Executive Two Litre GXL in aller Liebe und mit voller Absicht allein lassen. (Markus Mittringer, DER STANDARD/Printausgabe, 22.04.2009)

Bis 20. September

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