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Museum Brandhorst eröffnet: Zeitgenössisches für München

19.05.2009 | 09:50 |  (DiePresse.com)

Warhol, Baselitz, Polke, Hirst: Der Sammler Udo Brandhorst schenkte Bayern Kunstwerke im Wert von mehr als 100 Millionen Euro. Die Bedingung - ein eigenes Museum - wurde nun eröffnet.

Mit dem neuem Musentempel hat man in Bayern viel vor: Das am Montag eröffnete Museum Brandhorst soll Pilgerstätte für Fans von zeitgenössischer Kunst aus der ganzen Welt, sagte Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP). "München soll an der Weltspitze ankommen." Das neue Haus für die Sammlung Brandhorst ging am Montagnachmittag mit einem Staatsakt in Betrieb. Zu sehen sind 180 Bilder, Skulpturen und Installationen von Künstlern wie Sigmar Polke oder Georg Baselitz.

Stifter Udo Brandhorst hatte seine Sammlung 1999 kurz nach dem Tod seiner Ehefrau Anette dem Freistaat übergeben. Stifter Udo Brandhorst selber scheut die Öffentlichkeit. Er stellte jedoch die Bedingung, dass ein eigenes Haus für die rund 700 Kunstwerke, deren Wert auf mehr als 100 Millionen Euro geschätzt wird, entstehen sollte.

Im August 2005 begannen die Bauarbeiten für das vom Architekten-Ehepaar Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton entworfene Haus. Die Außenfassade ist mit 36.000 farbigen Keramikstäben besetzt. Innen sorgt ausgeklügelte Technik für viel Tageslicht. Das Museum kostete 48 Millionen Euro.

Dann ging die Reise der kostbaren Stücke ins Museum los. Manche waren verliehen, andere hingen in den Privaträumen der Brandhorsts. "Es musste geplant werden, was wie transportiert wird und in welchen Behältnissen, und wie es angefasst wird", erklärt Museumssprecherin Christine Kramer. Eine besondere Herausforderung sei es gewesen, das größte Werk der Sammlung an seinen Platz zu bekommen, ein elf Meter breites Bild aus Warhols "Last Supper"-Serie. Um es in den unteren Teil des Hauses abzusenken, musste eigens ein Spezialaufzug gebaut werden.

Die Auswahl, die Museumsdirektor Armin Zweite für die Ausstellung getroffen hat, spiegelt die Schwerpunkte der ursprünglichen Privatsammlung Brandhorst wider. Im Mittelpunkt stehen die völlig unterschiedlichen Werke von Pop-Ikone Andy Warhol und des US-Malers Cy Twombly. Twomblys lyrischen, meist großformatigen Gemälden ist die gesamte obere Etage gewidmet. Nirgendwo sonst außerhalb der USA sind so viele Werke des mittlerweile 81-Jährigen zu sehen - 59 der insgesamt 80 Werke der Sammlung hat Zweite ausgestellt.

Im Kontrast zu Twomblys Bildern, die häufig historische Themen aufgreifen, stehen die knalligen, ganz auf die Gegenwart gerichteten Bilder Andy Warhols. Zu sehen sind aber auch einige der berühmten Selbstporträts Warhols. Ins Auge stechen außerdem die Installationen des Briten Damien Hirst. Die Brandhorsts hatten offenbar eine Hirst-Vorliebe für Stücke, die sich mit dem Thema Medizin auseinandersetzen, denn zu sehen sind etwa ein Medikamentenschrank und eine Installation mit zigtausenden einzelnen Tabletten.

"Es ist ein Glücksfall", sagte Klaus Schrenk, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die das Museum nun betreibt. Mit dem Museum Brandhorst und der gleich daneben liegenden Pinakothek der Moderne habe München jetzt den "Anschluss an internationale Großstädte" gefunden.


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