| Spießrutenlauf | |
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"KunstRaum Mitteleuropa" heißt die Ausstellung, die seit Donnerstag
im Palais Harrach zu sehen ist. Gezeigt werden 12 künstlerische Positionen
von Künstlern und Künstlerinnen aus Kroatien, Slowenien, aus der Slowakei
und aus Österreich.
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Die Vielfalt der präsentierten Kunstwerke
spiegelt die Vielfalt eines großen Kulturraumes wider. Videos,
Installationen und Gemälde sind im Palais Harrach bis zum
1. April zu sehen. Dominiert wird der Ausstellungsraum von einer
Installation der slowakischen Künstlerin Ilona Nemeth. Weidenruten neigen
sich in zwei Reihen zueinander und schnalzen in unregelmäßigen Intervallen
Richtung Boden. Das Werk heißt "Spießrutenlauf" und bezieht sich auf ein
soldatisches Bestrafungsritual aus dem Ersten Weltkrieg. Dass sich der
Besucher diesem Spießrutenlauf aussetzt, ist ein wichtiger Teilaspekt
dieser Arbeit von Ilona Nemeth, die will, dass die Besucher ihr Werk auch
berüheren.
Medienkritik Ivana Keser aus Kroatien wiederum gibt kritische Statements zum Thema
Medien ab, indem sie eigenwillige Zeitungen produziert. Immer arbeitet sie
mit lokalen Medien zusammen. Unter anderem hat sie im Rahmen der 3.
Triennale der Fotografie in Graz eine vierseitige Beilage für die Kleine
Zeitung produziert. Auf diese Art hat sie schon Zeitungen in New York, den
Niederlanden oder Barcelona herausgegeben. Die Inhalte sind jeweils sehr
persönlich geprägt. Keser wählt Themen wie Obsessionen, über die
normalerweise nicht gesprochen wird.
Leicht und schwer Mirjana Rukovina aus Slowenien zeigt ein Viedeo-Triptychon, gemischt
aus drei Filmen: "Das Piano", "Elisabeth" und "Orlando". Sie hat in Wien
an der Akademie der Bildenden Künste studiert und vergleicht Kunstwerke
aus Ost und West so: "Die Westkunst ist viel leichter und entspannter als
die Ostkunst. Die Westkunst beschäftigt sich mit Themen, die für uns Luxus
sind."
Auch eine der Kuratorinnen, Henriette Horny, die für die Länder
Slowenien und Kroatien zuständig zeichnet, sieht deutliche Unterschiede in
der Kunstproduktion. Sie meint, dass die Künstler aus osteuropäischen
Ländern viel politischer sind, wobei die jüngere Generation in der
Slowakei weniger an politschen Fragestellungen interessiert ist als die
Generationen davor. Neue Medien überall Was die verwendeten Mittel betrifft, gibt es kaum Unterschiede: Überall
stehen die neuen Medien und die Massenmedien im Mittelpunkt. Sicherlich
mit ein Grund, warum sich die Künstler aus dem Osten am westlichen Markt
mittlerweile einigermaßen etabliert hätten und nicht mehr eine
Modeerscheinung seien, meint Henriette Horny. Indiz dafür sei, dass man
mittlerweile Ost- und Westkünstler in gemeinsamen Ausstellungen zeige. Kunst und Wirtschaft Seit langem ernst genommen wird Zentral- und Osteuropa auf
wirtschafltichem Sektor. Längst hat die Wirtschaft die politisch
propagierte EU-Osterweiterung vorweggenommen. Für Firmen wie Siemens oder
Bank Austria gelten diese Länder längst nicht mehr als benachbartes
Ausland, sondern als wichtiger Kernmarkt. Das ist auch der Grund, warum
Unternehmen wie Siemens oder die Bank Austria, die diese Ausstellung
finanzieren, ihr Kunstsponsoring auf die ehemaligen Länder des Ostblocks
ausdehnen. Aktivitäten in Mitteleuropa Wien kommt noch immer seine traditionelle Rolle als "Drehscheibe zum Osten" zu Gute. Und so kann gerade hier eine Ausstellungsreihe starten, die durch die beteiligten Partnerländern gehen soll. Die Mitteleuropa-Schau im Palais Harrach, die von der Wiener Galerie Hilger organisiert wurde, ist nämlich nur der Auftakt zu einer ganzen Veranstaltungsreihe in Ländern wie Kroatien, Slowenien, Italien oder der Slowakei. Zur Förderung des künstlerischen Austausches werden in diesem Rahmen auch Stipendien vergeben und Kunstankäufe getätigt. | ||||||||