Seit 1997 verfolgt die "basis wien" der
ehemaligen Bundeskunstkuratorin Lioba Reddeker die Idee einer
internationalen Vernetzung von Kunstdatenbanken. Hauptaufgabe des Projekts
"Vektor" ist vorerst die Suche nach einheitlichen Standards für die
Online-Dateneingabe und -weiterverarbeitung.
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| ©Bild: Lioba Reddeker/Kurt
Kladler |
Die Einigung über die technischen und inhaltlichen Standards beim
Aufbau einer Datenbank ist entscheidend, um das Wiederfinden der
Informationen zur zeitgenössischen Kunst zu gewährleisten. Dies betrifft
die Verwendung einheitlicher Schreibweisen, etwa von Künstlernamen oder
klare Bezeichnungen von Kunst- und Kulturinstitutionen in den jeweils
verschiedenen Sprachen.
Dezentrale Struktur
Neben der "basis wien" als projektkoordinierende Institution sind noch
15 weitere Kunst- und Kulturinitiativen aus ganz Europa an "Vektor"
beteiligt. Diese Initiativen verfügen teilweise bereits über eigene
Datenbanken in ihren Spezialgebieten. Ein entscheidender Aspekt des
Projekts ist daher die virtuelle Vernetzung all dieser bereits vorhandenen
Daten, wobei die Struktur dezentral gehalten werden soll.
In der künftigen Anwendungspraxis soll ein Nutzer trotzdem über eine
einzige Web-Seite auf all diese Datenbanken zugreifen können. Die Stärke
dieser Datenbank liegt also im Abrufen von Spezialwissen aus
unterschiedlichsten Datenquellen in ganze Europa.
Temporäre Kunst
Zum engeren Kreis der Projektmitwirkenden zählen als Projektkonsortium
das "Archives de la Critique d'Art" in Rennes, das "documenta Archiv" in
Kassel, das "Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels" in Bonn, das
"Museion - Museum für Moderne Kunst" in Bozen sowie die "John Hansard
Gallery" der Universität Southampton. Dazu gibt es noch einige assoziierte
Partner nicht zuletzt aus osteuropäischen Ländern wie etwa das
tschechische "Archiv der Akademie vytvarnych umení v Pra" oder das "Luwig
Múzeum" in Budapest. Dass Kunstarchive immer wichtiger werden hat nicht
zuletzt einen Grund in der künstlerischen Präsentation selbst, wie etwa
Stephen Foster von der "John Hansard Gallery" meint: "Viele Kunstwerke
selbst treten stets mehr in temporären und immateriellen Formen auf, haben
also einen flüchtigen Charakter."
Service für alle?
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| Lioba Reddeker |
Insgesamt ist Vektor mit einem Budget von 17 Millionen Schilling für
drei Jahre ausgestattet, wobei 13 Millionen aus Fördergeldern des EU-
Kulturprogramms 2000 stammen. In dieser Zeit soll auch das Zielpublikum
näher bestimmt werden. Lioba Reddeker von der "basis wien" kann aber mit
der "basis"-eigenen Kunst-Datenbank bereits auf Erfahrungen zurückgreifen:
"Wir bereiten die Informationen so auf, dass sie für das Fachpublikum,
also vor allem Wissenschafter und Kuratoren, auch in 10 oder 20 Jahren
noch taugt, dennoch wollen wir natürlich auch einem breiteren Publikum
dieses Service anbieten."
Gratis oder nicht?
Neben der Klärung von Urheberrechtsfragen mit den Künstlern und den
Möglichkeiten einer elektronischen Kunstvermarktung bleibt noch eine
entscheidende Frage. Soll der Nutzer für die Informationen aus der
Kunst-Datenbank künftig etwas bezahlen oder nicht? Lioba Reddeker: "Ich
sehe das als Bewahrung von kulturellem Erbe und daher eigentlich als
öffentlich-rechtliche Aufgabe. Ob man es sich das allerdings leisten kann,
diese Daten langfristig gratis zur Verfügung zu stellen, kann ich derzeit
noch nicht beurteilen."
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