Bayreuth (APA/dpa) - Die
"Parsifal"-Inszenierung von Christoph Schlingensief bei den
Bayreuther Richard-Wagner-Festspielen spaltet das Publikum
auch im dritten Jahr. Ein Buh-Gewitter schlug dem Regisseur
entgegen, als er nach der Aufführung am Mittwochabend vor den
Vorhang trat. Es gab aber auch Applaus und Bravo-Rufe.
Schlingensief quittierte die Reaktionen, indem er ins Publikum
winkte und die Faust ballte.
Großen Beifall erntete
das Festspielorchester unter dem Dirigenten Adam Fischer, der
eine präzise, wenn auch etwas spannungsarme Auslegung der
"Parsifal"-Musik bot. Auf gutem Niveau agierte das
Sängerensemble mit Alfons Eberz in der Titelrolle, Robert Holl
als Gurnemanz, John Wegner als Klingsor und Evelyn Herlitzius
als Kundry. Alexander Marco-Buhrmester sang den Amfortas,
Jyrki Korhonen den Titurel. Schlingensief hat seine optisch
opulente, um Projektionen und Filmeinspielungen bereicherte
Inszenierung nochmals umgebaut. Er nahm sich des
Religionskonflikts zwischen Christentum und Islam an und lässt
nun beispielsweise die Kundry als islamistische Kämpferin
auftreten. Auf der mit zahlreichen Aufbauten zugestellten
Drehbühne versammelt er ein buntes Personal, darunter auch
Doppelgänger für Parsifal und Kundry. Am Ende stirbt auch
Parsifal durch den Speer.
APA 11:06 3.08.2006
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