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Kultur 

Begegnung, die glücklich macht

Handwerk bildet in China den Boden zur Gegenwartskunst, wie man in Feldkirch sieht.

ARIANE GRABHER

Feldkirch (VN) Acht traditionelle Kunstformen gilt es in China in Perfektion zu beherrschen, um sich Künstler nennen zu dürfen. Einen Einblick, wie Tradition und Handwerk den Boden für Gegenwartskunst bilden, zeigt die Ausstellung "Yi Dong", die heute im Palais Liechtenstein in Feldkirch eröffnet wird

Initiiert wurde die Schau von "JIBO", einem Netzwerk, hierzulande durch die Schriftstellerin Daniela Egger repräsentiert, und verantwortlich für den Austausch zwischen Japan, China und Europa. Gezeigt werden je drei chinesische und japanische Künstlerinnen und Künstler, ausgewählt von Izumi Sakurai, Leiterin der bekannten Galerie "éf" in Tokyo, wo im Rahmen eben dieses Austausches bereits der Dornbirner Keramiker Thomas Bohle ausgestellt hat.

Annäherung

Wenn "Yi Dong" auch soviel wie die vorsichtige Bewegung aufeinander zu oder Annäherung bedeutet, so sind die Künstler - in ihren Heimatländern längst arriviert, in Europa großteils erstmals zu sehen - mir ihren Positionen schlagartig stark präsent und absolut à jour. Originalseiten aus der Mao-Bibel, auf ihnen über 400 typische chinesische Namen aufgelistet, vor einem rot leuchtenden Hintergrund ein Porträt Maos, daneben das Zeichen für Glück: das sind die Bestandteile der raumfüllenden Installation von Wang Chaoying, die ob ihres kritischen Blicks auf die Gesellschaft in China nicht gezeigt werden könnte.

Als einer der Mitbegründer von JIBO befasst er sich zudem mit Schriftzeichen und der Idee einer globalen Kommunikationsgrundlage. Während das Gravieren von Siegeln sein eigentliches Metier ist, setzt sich Risa Fukui, Superstar in ihrer Heimat Japan, in erstaunlichen Arbeiten, die Licht und Schatten über die Fläche tanzen lassen, mit dem Papierschnitt auseinander.

Himmel und Erde

Ebenso wie Risa Fukui ist auch Taku Anekawa zugleich in den Bereichen Design, Mode, Film und Werbung tätig und vollzieht den für die jüngere Generation japanischer Künstler charakteristischen Brückenschlag zwischen Popkultur und Kunst. In Feldkirch zeigt er textile Werke, gestickte Bilder, die Verbindungen schaffen und wieder lösen. Himmel und Erde sind zentrales Thema in der Tuschemalerei von Zhang Shaojun, in der die Farbe ihren eigenen Weg geht, während Chen Liang auf fragiles Porzellan malt und eine traditionelle Kunstgattung fast revolutionär um neue Farben und Formen erweitert. Foto und Malerei, analog und digital, exotische Extravaganz und eine Bildsprache, die eine offensichtlich Nähe zu Modemagazinen evoziert, zeichnet die Arbeiten von Toshi.OTA + Keeda Oikawa aus. Ihre Europäerin im Kimono ist kein Störfaktor, sondern verweist auf den Mix von Tradition und modernem Styling, die Ergebnisse sind schlicht zauberhaft.

Die Ausstellung wird heute, 2. März, 20 Uhr, im Palais Liechtenstein in Feldkirch eröffnet. Zu sehen bis 25. März, jeweils Di bis Fr, 16 bis 19 Uhr, Do bis 21 Uhr, Sa, 10 bis 16, So, 10 bis 13 Uhr.

Kein Störfaktor: Europäerin im Kimono.

Die Ergebnisse sind schlicht zauberhaft. (Fotos: Egger)




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