Salzburger Nachrichten am 10. Februar 2003 - Bereich: kultur
Blick zurück und voraus

Das Salzburger Rupertinum wurde vor 20 Jahren eröffnet. Nächstes Jahr übersiedelt der Inhalt ins "Museum der Moderne" auf den Mönchsberg.

WERNER THUSWALDNER

Inzwischen muss man nicht mehr jedesmal ausführlich erklären, was das Rupertinum ist. Als es vor 20 Jahren eröffnet wurde, hieß es "Moderne Galerie und Graphische Sammlung Rupertinum". Der Name deutete an, dass sich die neue Einrichtung vor allem auf das Sammeln von Graphik konzentrieren werde, weil zu etwas anderem die Mittel nicht ausreichen würden. Inzwischen ist der Untertitel schlanker, man nennt sich "Galerie der Moderne". Nächstes Jahr soll die Übersiedlung auf den Mönchsberg erfolgen. Der Bestand umfasst au-ßer Grafik, Gemälden und Skulpturen auch die Fotosammlung des Bundes. Versuche aus Wien, die Fotosammlung aus Salzburg abzuziehen, sind erst vor kurzem erfolgreich abgewehrt worden.

Die Gründung geht auf eine Initiative des Galeristen Friedrich Welz zurück. Er hörte nicht auf, das Land Salzburg zu drängen, eine repräsentative Einrichtung für die Kunst des 20. Jahrhunderts zu schaffen. Und er brachte die Politik dadurch in Zugzwang, dass er als Grundstock für die künftige Sammlung die gesamte Druckgrafik Kokoschkas und bedeutende Gemälde als Schenkung einbrachte. Die Politik, gemeint sind Landeshauptmann Haslauer und Kulturlandesrat Moritz, reagierte positiv. Als Standort wurde ein Haus in der Innenstadt, schräg gegenüber dem Kleinen Festspielhaus, gewählt. Es hatte in historischer Zeit der Unterbringung von Priesternachwuchs gedient. Umbau und Adaptierung basierten auf Plänen von Architekt Garstenauer, der übrigens gegen spätere schwer wiegende Eingriffe in die Substanz und Verfälschungen von Grundgedanken der ursprünglichen Planung vergebens protestierte.

Die rasch glückende Positionierung im regionalen und überregionalen Kunstgeschehen ist ebenso wie das zügige Anwachsen der Sammlung dem ersten Leiter, Otto Breicha und dessen Team, zu verdanken. Breicha gelang es, gemäß seinem Konzept und mit Rücksicht auf die Ankaufsmittel, das Werk wichtiger österreichischer Künstler des 20. Jahrhunderts zu dokumentieren. Darüber hinaus glückte es Breicha durch persönliche Beziehungen bedeutende Schenkungen an Land zu ziehen. Mit einer dichten Ausstellungsfolge stimulierte er das Publikumsinteresse.

Auf Breicha folgte Peter Weiermair, der persönliche Akzente setzte, und seit 2000 ist Agnes Husslein die Leiterin des Rupertinums. Ihre Politik schien zunächst dahin zu gehen, dass sie ein populäres Programm macht, um mit Besucherziffern punkten zu können. Inzwischen steht aber fest, dass es auf einem durchaus anspruchsvollen Niveau weitergeht.

Zum Jubiläum am Samstag gab es einen "Tag der offenen Tür". Trotz Schneetreibens kamen viele, hörten sich drei Stellungnahmen - von SN-Kulturredakteur Karl Harb, Agnes Husslein und Margit Zuckrigl - an, schlossen sich Führungen durch die aktuellen Ausstellungen an und - das Haus versteht zu sparen - frequentierten das frugale Buffet.