Vom Aussehen der Diversität

Wolfgang Kracher und Christian Wachter in der Burgenland-
ausstellung in der Galerie Museum auf Abruf.


Der 1961 in Fürstenfeld geborenen Wolfgang Kracher ist in der Galerie Museum auf Abruf mit zwei kleineren Formaten aus dem Jahr 1989 und 1991 vertreten. Es sind Mischtechniken auf Papier: kleine kaligrafische Kürzel und Zeichen, die sich zu Getöse zusammenschieben, oder sich wie durch Zentrifugalkraft im Raum verteilen.

Leben

Wolfgang Kracher
Wolfgang Kracher

Kracher hat periphere Bezüge zum Burgenland. Dort aufgewachsen besuchte er das Gymnasium in Güssing. In Wien studierte er bei Professor Melcher an der Akademie der Bildenden Künste Grafik. Seither versucht er sich nach Eigendefinition als "Kunstprivatier", der vornehmlich im privaten Rahmen seine Werke präsentiert

Werk

Künstlerische Einflüsse auf sein Werk vergleicht er mit Lesegewohnheiten. Lesen als Begeisterung an einem Werk, das weitere Lektüre nach sich zieht und wo man nach dem hundertsten Buch die ursprünglichen Autoren und Geschichten nicht mehr ermitteln kann.

Genauigkeit bis zur Auflösung

Neben den kleinen Formaten schafft er in jüngster Zeit auch bunte Landschaftsbilder in deren Ausführung eine gewisse Großzügigkeit liegt. Aus einer immer stringenter werdenden Genauigkeit entwickelt sich ein abstrakter Stil. Kracher geht es um das Abstrakte im Genauen und um das Reelle im Abstrakten.

Der Fotograf

Gänzlich anderen mit aufwendiger Recherche arbeitet der Fotograf Christian Wachter. Wachter, 1949 in Oberwart geboren, gehört zu der mittleren Künstlergeneration der Ausstellung. Er ist Autodidakt und verdingt sich als Architekturfotograf.

Aurora

Christian Wachter
Christian Wachter

Seine künstlerische Fotografie ist aber besonders sehenswert. Für seine Serie "Aurora" reiste er 1989 nach St Petersburg und fotografiert das renovierte Schlachtschiff "Aurora". Jenes Schiff das mit seinem Schuss auf das Winterpalais im Oktober 1917 die Krenski Regierung stürzte und die bolschewistische Oktoberrevolution auslöste.

Technik

Wachter arbeitet mit hybrider Fotografie: er fotografiert analog und gestaltet mittels Scans digital das Layout mit Schriften und Verweisen.

Ironie

Seine ausgestellten Fotografien sind von einer poetischen Intensität, wobei eine durch eine ovale Rahmung eine ironisch behübschte Note erhält.

Radio &sterreich 1