| Karikatur als Einstiegsdroge | |
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550 m² für Karikatur und Satire plus Deix und Peichl.
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Nach Warschau, Hannover, Basel und dem Gulbransson-Museum am Tegernsee in Bayern erhält
Österreich nun auch ein eigenes Karikaturmuseum in Krems. "Klein, aber
fein", so bezeichnet Gustav Peichl das von ihm geplante Museum. Nach dem
Spatenstich im Herbst des Vorjahres wird das so genannte "Deix-Haus"
schräg gegenüber der Kunsthalle Krems am 29. September 2001 eröffnet.
Auf 550 m² werden Wechselausstellungen für Karikatur, Satire und
gesellschaftskritische Grafik zu sehen sein. Das Obergeschoß ist allein
dem Karikaturisten Manfred Deix gewidmet. Hier werden ständig - und
kontinuierlich erneuert - rund 300 Deix-Exponate zu sehen sein. Ein
eigenes Ironimus-Kabinett wird Originalzeichnungen von Gustav Peichls
"Alter Ego" Ironimus zeigen. Es ist der politischen Karikatur
vorbehalten. Neuer Leiter vorgestellt
Die Sammlung Deix, die vom Land Niederösterreich für das Museum
erworben wurde, bildet den Grundstock zu einer eigenen Kollektion. Mit dem
Ankauf dieser Sammlung um rund 200 Millionen Schilling wird das
Karikaturmuseum die mit Abstand größte Sammlung von Deix-Originalen
besitzen. Diese Summe benötige er, "damit ich meine Katzen weiter erhalten
kann", so Deix am Dienstag bei einer Pressekonferenz, in der auch der neue
künstlerische Leiter, Severin Heinisch, vorgestellt wurde. Dem
künstlerischen Beirat unter Vorsitz von Gustav Peichl werden auch Michael Horowitz, Carl Aigner,
Walter Koschatzky und Monika Knofler angehören. Einstiegsdroge
Severin Heinisch, PR-Agenturleiter und Historiker, ist Fachmann auf
diesem Gebiet und hat seine Doktorarbeit dem Thema "Karikatur als
historische Quelle" gewidmet. Er sieht in der Karikatur eine
"Einstiegsdroge" für die Auseinandersetzung mit Fragen der Ästhetik und
der modernen Kunst. Damit stehe das neue Museum in programmatischer
Nachbarschaft mit der Kunsthalle Krems, so Heinisch. Manfred Deix sieht sich "für den erotischen und sinnlichen Bereich"
zuständig. Er will "den Saft hereinbringen" wie er sagt. Denn: "Erst wenn
etwas trocken ist, kann der Saft wirken", meint Deix. Als "Einstiegsdroge"
hätte Deix gerne eine Schau des Underground-Zeichners Robert Crumb, dem
Schöpfer von "Fritz the Cat". Denn Crumb sei ein "Gott, der in den Olymp
der Kunst aufgestiegen ist", so Deix. "Alles ist Karikatur"
Tatsächlich eröffnet wird das Museum aber mit einer Ausstellung mit dem
Titel "Alles ist Karikatur", in der die führenden Karikaturisten von 1900
bis 2000 in Originalblättern präsentiert werden. Die Palette reicht von
Josef Danilowatz, George Grosz, Olaf Gulbransson über Roland Topor und
Gerhard Haderer bis zu Paul Flora und Saul Steinberg. In dieser Schau wird erstmals die größte private Karikaturensammlung,
die Sammlung Spießhofer aus der Schweiz, öffentlich gezeigt. Ergänzende
Leihgaben stammen aus dem Historischen Museum der Stadt Wien, aus der
Albertina, dem Kupferstichkabinett und der Nationalbibliothek. Mehrere Ausstellungen pro Jahr
Der Eröffnungsschau werden zwei bis drei Mal jährlich wechselnde
Ausstellungen folgen. Sie sollen sowohl einzelnen Zeichnern als auch
Themen gewidmet sind. So z.B. den Bereichen Kunst und Karikatur, Karikatur
und Zensur sowie die Beiträge der Karikatur zum gesellschaftlichen Umfeld,
zu Mode oder Erotik. | ||||||||||||