KOMMENTAR
Ministerium - und sonst?
CHRISTA DIETRICH christa.dietrich@vn.vol.at, •72/501-225
Lässt man die
österreichische Kulturpolitik der letzten Jahre Revue passieren, ergibt
sich ein kleines Plus für Franz Morak. Sein Vorgänger war noch blasser.
Allerdings hatte Peter Wittmann die Tatsache, dass die Kunstagenden
1997 von Kanzler Klima einem Staatssekretär übertragen wurden, nicht
lange zu verteidigen. Und als im Jahr
2000 dann die Wende kam, wagte man kaum zu hoffen, dass man wieder an
frühere Scholten-Zeiten anschließen werde, dass Kunst und Kultur wieder
Ministeriumsstatus erhalten. Selbst wenn es als Anhängsel - etwa zur
Bildung - passieren sollte. Schwarz-Blau und eine Aufwertung der
Kunstangelegenheiten - das ging nicht zusammen. Morak konnte sich unter
dem Schutz des ÖVP-Kanzlers Schüssel darauf berufen, dass das
Staatssekretariat einst eine Entscheidung der SPÖ war. Und in
Österreich sah man zu, wie Dinge brach lagen. Abgesehen davon, dass hie
und da ein wenig mehr in die Bundesländer strömte (von einem
Reformansatz ist nicht zu sprechen), gab es etwa in der
Kinderliteraturförderung Rückschritte. Dort, wo es besonders schmerzt. Nun wird es ein
Unterrichts-, Kultur- und Kunstministerium geben. Details des Umfangs
sind noch zu klären. Aussichtsreiche Minister-Kandidatin ist mit
Landesrätin Christa Kranzl (SPÖ) aus Niederösterreich ein diesbezüglich
unbeschriebenes Blatt. Aber SPÖ-Chef Gusenbauer hat ohnehin bereits
alle großen Ressorts an den Koalitionspartner abgegeben. Hat man da
noch Grund, auf gute Arbeit in den kleineren zu vertrauen?
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