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derStandard.at | Newsroom | Kultur | Bildende Kunst 
13. Juli 2009
13:38 MESZ

Link:
www.phaidon.com

 

 

Edward A. Shanken (Hg.): Art and Electronic Media, Phaidon, Berlin, 2009, 304 Seiten
ISBN: 978-0714847825


Zuerst die Kunst, dann das Medium
Edward A. Shankens "Art and Electronic Media": Von der Industriellen Revolution bis zum Netzzeitalter auf rund 300 Seiten

Computer-Kunst, Medienkunst, Neue Medien Kunst, digitale Kunst, Kunst: Im Spannungsfeld zwischen Gemeinplätzen und dem Versuch dieses Feld als zeitlich begrenzten Abschnitt innerhalb der Kunstgeschichte zu begreifen, bewegt sich das kürzlich im Phaidon-Verlag erschienene Buch Art and Electronic Media. Mit dem rund 300 Seiten starken Kompendium beschreibt Edward A. Shanken, Dozent für Neue Medien Kunst an der Universität Amsterdam sowie der Donauuniversität Krems, eine recht weit gefasste Zeitspanne von der Industriellen Revolution bis herauf in das Netzzeitalter.

In chronologisch aufbereiteten Kapiteln untersucht Shanken künstlerische Handlungsfelder, die sich aus dem Fundus technologischer Neuerungen in ihrem jeweils historischen Zusammenhang speisen. Dabei macht er seine Recherchen an Themen wie Motion, Duration, Illumination und Coded Form and Electronic Production fest und zeichnet mit Beispielen wie László Moholy-Nagys Licht-Raum-Modulator (1923-30) oder Nam June Paiks Videoinstallation Video Flag Y (1985) die Entwicklungen statischer Kunstobjekte hin zu prozessualen Formen nach. 

Unter Charged Environments und Networks, Surveillance, Culture Jamming geht er dem Zusammenspiel von virtuellem und realem Raum nach und thematisiert die Übertragungsbedingungen von Telekommunikation. Verdeutlicht wird dies mit Kunstwerken wie Dan Grahams Present Continuous Past(s) (1974), Hans Haakes Nachrichten (1969) und Antoni Muntadas' Projekt zur Geschichte der Zensur The File Room (1994). Sukzessive arbeitet der Autor sowohl thematisch, als auch chronologisch weitere Themen wie etwa Bodies, Surrogates, Emergent Systems oder Simulations and Simulacra auf, die in den vergangenen 100 Jahren die Geschichte der Medien wie jene der Naturwissenschaften und Künste mitbestimmten.

Das bei Phaidon in der Reihe Themes and Movements erschienene und durchaus als 'Standardwerk' angelegte Buch funktioniert auf unterschiedlichen Ebenen. Neben der knapp 40-seitige Einleitung kann es mit weit über 200 Abbildungen und kunstvermittlerisch ambitionierten Kurztexten als repräsentativer Überblick und somit als Referenzwerk gelesen werden. Ergänzt werden die zahlreichen Beispiele von einer Sammlung theoretischer Texte von Künstlern und Kritikern sowie von Bio- und Bibliografien. Ein benutzbares Nachschlagewerk und zudem ein hübsches Coffee-Table-Book. (fair)

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