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Eine Besenkammer für die Musik

Ein Haus für alle Künste sollte das Tiroler Landesmuseum nach dem Umbau werden. Doch für Konzerte eignet sich die neue Aula nur sehr bedingt.

INNSBRUCK. Manfred Schneider, der Kustos der Musiksammlung am Tiroler Landesmuseum, ist sauer. "Die neue Aula des Tiroler Landesmuseums, die als multifunktionaler Veranstaltungsort gedacht ist, ist sachte ausgedrückt für Konzerte nicht ideal", so Schneider. Und dies, obwohl im ursprünglichen Plan von Architekt Ramsauer ein Saal geplant war, der sich in seiner Höhe und Ausstattung für musikalische Darbietungen durchaus geeignet hätte.

Doch in dem nun realisierten Projekt wurde durch das Einziehen einer Decke aus dem geplanten Konzertsaal "eine Besenkammer" (Schneider) für die Musik. Auch der Boden sei viel zu laut, genauso wie die nicht abzuschottenden Lüftungs- und Außengeräusche. Life-Aufnahmen für CDs seien unter diesen Bedingungen einfach unmöglich. Außerdem fehle es an sämtlichen Nebenräumen für Künstler, so Schneider.

Er trauert den Konzerten vor dem Museumsumbau im Rahmen der gotischen Sammlung nach, wo das Ambiente genauso wie die Akustik für Manfred Schneider "einfach fabelhaft gewesen ist".

Da es der Wunsch des Hauses sei, wird Schneider im Museum heuer nur vier Matineen veranstalten. Denn schließlich "ist alles möglich". Generell will Schneider aber in andere Konzerträume ausweichen. In das benachbarte Konservatorium oder in die Stiftskirche von Stams etwa. Doch den Plan einer Einheit der Künste unter dem musealen Dach hat Schneider ausgeträumt: Etwa ein Konzert barocker Musik mit museumseigenen Bildern aus der Barockzeit zu dekorieren.

Für Museumsdirektor Gert Ammann sind Manfred Schneiders Vorbehalte nicht ganz verständlich, sei schließlich doch ein Akustiker als Spezialplaner beim Neu- bzw. Umbau des Museums mit dabei gewesen.
2004-01-23 14:52:03