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2001-11-23 20:00
Schnittpunkte des Alltags
„Everyday Life“ betitelt die Wienerin Dorit Margreiter ihre Ausstellung in der Galerie im Taxispalais. Sie ist eine, die viel Zeit braucht, sich dem oberflächlichen Betrachter kaum erschließen wird.
TT-Foto: Fischer
INNSBRUCK. Um Untersuchungen des Alltäglichen im Schnittpunkt zwischen dem authentisch Privaten und medial Suggerierten geht es der 34-Jährigen, deren Medien das Video, die Installation bzw. die Fotografie sind. Die meisten der Arbeiten haben viel mit der Künstlerin selbst zu tun, ihrer eigenen Identitätssuche als einer in Wien aufgewachsenen Tochter einer Chinesin und eines Österreichers, ihren Reisen, ihren Ausstellungsprojekten.

Die älteste der in der Taxisgalerie präsentierten Arbeiten ist acht Jahre alt und das Modell einer Installation für das Forum Stadtpark Prag 1993. Sie nimmt bereits Vieles vorweg, das Dorit Margreiter in den folgenden Jahren perfektionieren sollte: das Zitieren historischer Fakten, etwa in der Konzeption ihrer Raumkonzepte, die Verbindung von Öffentlichkeit und Privatheit, das Sich-Aneignen von Chiffren aus der Medienwelt und ihre subversive Hinterfragung mit exakt denselben Mitteln.

Dorit Margreiters Installationen sind komplex gebaut, oft mehrteilig, medial vielfältig verschachtelt. Die Welt der Waren, der Werbung, der Soap Operas, der kulissigen Filmwelt, der Klischees des urbanen way of life spielt eine zentrale Rolle in diesen Arbeiten, höchst differenziert verknüpft mit der ganz privaten Geschichte der Künstlerin.

Für die Hofhalle der Galerie im Taxispalais hat Dorit Margreiter die Arbeit „Everyday Life“ konzipiert. Anreger dazu war ein Stipendium im MAK Center for Arts and Architecture in Los Angeles. Die reale Stadt, die immer hinter der Filmstadt verschwindet, ist der „Held“ dieser vielteiligen Installation, symbolisiert durch das legendäre, hoch über der Stadt förmlich schwebende „Case Studiy House

22“, das selbst Drehort vieler Hollywoodstreifen war. Reale und filmisch inszenierte Wirklichkeiten verfilzen hier, Versprechungen von idealem und realem Wohnen, von echten Horizonten und Regen, der nur fake ist.

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