| INNSBRUCK. Um Untersuchungen des Alltäglichen im
Schnittpunkt zwischen dem authentisch Privaten und medial
Suggerierten geht es der 34-Jährigen, deren Medien das Video,
die Installation bzw. die Fotografie sind. Die meisten der
Arbeiten haben viel mit der Künstlerin selbst zu tun, ihrer
eigenen Identitätssuche als einer in Wien aufgewachsenen
Tochter einer Chinesin und eines Österreichers, ihren Reisen,
ihren Ausstellungsprojekten.
Die älteste der in der Taxisgalerie präsentierten Arbeiten
ist acht Jahre alt und das Modell einer Installation für das
Forum Stadtpark Prag 1993. Sie nimmt bereits Vieles vorweg,
das Dorit Margreiter in den folgenden Jahren perfektionieren
sollte: das Zitieren historischer Fakten, etwa in der
Konzeption ihrer Raumkonzepte, die Verbindung von
Öffentlichkeit und Privatheit, das Sich-Aneignen von Chiffren
aus der Medienwelt und ihre subversive Hinterfragung mit exakt
denselben Mitteln.
Dorit Margreiters Installationen sind komplex gebaut, oft
mehrteilig, medial vielfältig verschachtelt. Die Welt der
Waren, der Werbung, der Soap Operas, der kulissigen Filmwelt,
der Klischees des urbanen way of life spielt eine zentrale
Rolle in diesen Arbeiten, höchst differenziert verknüpft mit
der ganz privaten Geschichte der Künstlerin.
Für die Hofhalle der Galerie im Taxispalais hat Dorit
Margreiter die Arbeit „Everyday Life“ konzipiert. Anreger dazu
war ein Stipendium im MAK Center for Arts and Architecture in
Los Angeles. Die reale Stadt, die immer hinter der Filmstadt
verschwindet, ist der „Held“ dieser vielteiligen Installation,
symbolisiert durch das legendäre, hoch über der Stadt förmlich
schwebende „Case Studiy House
22“, das selbst Drehort vieler Hollywoodstreifen war. Reale
und filmisch inszenierte Wirklichkeiten verfilzen hier,
Versprechungen von idealem und realem Wohnen, von echten
Horizonten und Regen, der nur fake ist.
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