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AUSSTELLUNG: Kunstuni-Bildhauer eroberten
ein Abbruchhaus in Linz
Blodsn foa laudda Kündsdlarn
"Trüholijo-Rütiriodldü" - so tönt's von der Alm.
Die Kuhglocken bimmeln, der Bergwind pfeift dir um die Nase. Ein
Hirsch röhrt von rechts, die Bienen summen und der Kuckuck kuckuckt,
was das Zeug hält. Möglich, dass auch eine Sennerin über die grüne
Wiese stapft und dir das Frischgemolkene zwecks Labung kredenzt.
Das Ganze befindet sich nicht auf 1000 Metern Höhe sondern -
schätzen wir mal - auf ca. sieben. Mitten in Linz. Adresse Graben 2.
Die aus erfrischend grindigen Details (vom Billigventilator bis zum
Plastikrasen) geschaffene "instant-einbau-alm" von Betty Wimmer ist
eine von 37 Rauminstallationen, mit denen 44 Bildhauereistudierende
der Linzer Kunstuni für einige Tage hier ein Abbruchhaus erobern.
Und ein großteils sowohl inhaltlich/formal zwingendes als auch
pointiertes Bekenntnis zur Bildhauerei als Auseinandersetzung mit
Raum ablegen. Skulpturale Auseinandersetzungen, ohne an die Zwänge
einer bestimmten Materialität gebunden zu sein.
Vom
"Atelier", das vom Trio Höller/ Knopp/ Hinterleitner zum zerknüllten
Schrottquader komprimiert wurde, bis zu der höchst minimalistisch
und zugleich trefflich vermittelten Spurensuche "aus.graben" von
Christina Hartl-Prager und Katharina Lackner. Vom subtilen
Lichtspiel "Überkreuz" Pavel Petkovs bis zu der dichten, duftenden
Teesackl-Tapete von Silvia Brandstetter. Vom projizierten Mobiliar
"Wohnen in Gedanken" Kurt Pichlers bis zum prächtigen
Fußballfeld-Zitat "Finale" von Claudia Wörnhörner sowie Alex und
Claudia Heinze: Ein Zimmer - von Boden bis Decke und Accessoires
ganz in Grasteppich. Bespielbar mit verzerrtem Fußball. Im
grastapezierten TV ein Video: Laufen übers Gras aus der subjektiven
Kameraposition garniert mit Schnaufen des Stürmers.
Gebückt
taucht man durch einen umgedrehten Raum und schon kippt die
Perspektive: Judith Maria Goetzloff hat ein einzelnes Muster
dermaßen virtuos variiert und in Boden und Wände eingebrannt, dass
des Betrachters Optik präzise irritiert wird.
37 Räume "tan
fosd blodsn foa laudda Kündsdlarischn" wie es die Bildhauer-Chefin
Renate Herter in ihrer Dialekt-Eröffnungsrede formulierte. Dem ist
nur hinzuzufügen: "Waun ois so sche blodsat wia do, kunntats nu vü
mehr blodsn lossn, es Büdhaua."
"Kunst in 37 Räumen: Am
Graben 2, noch heute, von 14-20 Uhr.
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