Kultur

Sammler sammeln

23.05.2007 | SN
Die Albertina übernimmt zwei Kunstsammlungen

ERNST P. STROBL Wien (SN). Wenn man sich schon nichts leisten kann, sammelt man gleich Sammler. Stolz und wortreich erzählte Klaus-Albrecht Schröder, Direktor der Albertina in Wien, in einer Pressekonferenz am Dienstag vom "Zuwachs" an hauseigener Kunst und verteidigte sein Konzept. Allein die steigenden Besucherzahlen - drei Millionen waren es in vier Jahren - bestätigten die gattungsübergreifende Strategie, über die weltweit renommierteste Grafiksammlung hinaus auch Gemälde zu sammeln. Um letztere kann die Albertina nun beneidet werden. Im Beisein der Eigentümer Eva und Matthias Forberg stellte Schröder die "Sammlung Forberg" vor, die der Albertina übergeben wurde. Unter den 40 Werken sind manche Gustostückerl von Paul Klee oder der Vereinigung "Blauer Reiter".

Einen weit größeren Coup landete Schröder mit der Übernahme der Sammlung Batliner. Der Liechtensteiner Rechtsanwalt habe übrigens nie daran gedacht, seine Sammlung dem Salzburger Museum der Moderne zu "vermachen", sagte Schröder, einst maßgeblich an der Umgestaltung der Salzburger Museumslandschaft beteiligt. Und überdies sei Batliner nie wegen abwertender Medienberichte zum Rückzug seiner Sammlung veranlasst gewesen, daran sei kein Wort wahr.

Begehrlichkeiten von Paris bis San Francisco habe Batliner widerstanden, aber was Österreich betreffe, habe der Sammler immer ein Ziel gehabt: entweder die Albertina oder gar nichts, sagte Schröder.

Fünf Millionen Euro hat Herbert Batliner übrigens bereits über seine Stiftung der Albertina zur Verfügung gestellt, um den "Propter Homines"-Saal auszubauen. Nun ziehen Bilder seiner Sammlung als Dauerausstellung dort ein.

Das Herbst-Programm werde in drei thematischen Ausstellungen vom reichen Neuzuwachs dominiert, ehe die Dauerausstellungen eingerichtet würden, kündigte Schröder an. Der 79-jährige Batliner habe sich aus Krankheitsgründen entschieden, nicht in Raten, sondern als Gesamtpaket die Kunstsammlung der Albertina in "völliger Autonomie" zu überlassen. Für Versicherungen haftet der Staat.

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