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Staatspreis an Lichtkünstlerin Brigitte Kowanz

26.05.2009 | 18:08 |  (Die Presse)

Die international renommierte Wiener Künstlerin und Lehrende wird am 26. Juli ausgezeichnet. Immer geht es Kowanz um die Verbindung des Themas Licht mit Zeit, Raum und Information. Das Licht ist ihr Transportmedium von codierter Information

Der Kunstsenat war sich einstimmig sicher – und vergab den Großen Österreichischen Staatspreis 2009 an Brigitte Kowanz, die von 1975 bis 1980 an der Hochschule für angewandte Kunst studierte und sich seit den 1980er-Jahren der Lichtkunst widmet. Mit Leuchtstoffröhren, Monitoren, Lichtinformation und Konstellationen aus allgegenwärtigen Beleuchtungskörpern gibt die 52-jährige Wienerin Räumen eine völlig neue Atmosphäre, lässt neue Interpretationen zu, ist auch für ihre künstlerischen Interventionen im architektonischen Bereich bekannt. Seit 1997 lehrt sie Medien- und medienübergreifende Kunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Ihren Studenten gilt sie dort als umsichtige, engagierte, begnadete Vermittlerin ihrer Kunst.

Immer geht es Kowanz um die Verbindung des Themas Licht mit Zeit, Raum und Information. Das Licht ist ihr Transportmedium von codierter Information, sie verwendet Morsezeichen, Zahlenreihen, Wandlungen von Sprache, hinterfragt scheinbar Alltägliches. Ihre Botschaften entschlüsseln sich erst im Prozess des Betrachtens.

Kollegen und Kritiker sehen Kowanz als stille Repräsentantin einer vom Mainstream abweichenden Kunstrichtung. International wird ihre Arbeit seit Jahrzehnten hoch geschätzt – bereits 1984 stellte sie auf der Biennale in Venedig aus. Sie hatte Ausstellungen in Eindhoven, München, Venedig, Berlin und Brüssel. Ihr selbst ist der Staatspreis dennoch eine „schöne Überraschung“, wie sie sagt. Der höchste österreichische Kunstpreis sei für sie eine „unerwartete Auszeichnung“, sie hoffe aber, dass damit der Höhepunkt ihrer Arbeit und ihrer Ausstellungen noch nicht überschritten sei. Das Preisgeld werde sie „in die Arbeit“ investieren.

 

Erste Preisträgerin seit 14 Jahren

Der mit 30.000 Euro dotierte Staatspreis wird in den Sparten Literatur, Musik, bildende Kunst und Architektur vergeben. Zuletzt wurde vor 14Jahren mit Ilse Aichinger eine Frau ausgezeichnet. „Die Entscheidung des Senats freut mich doppelt, da er eine beeindruckende Künstlerin für den Preis vorgeschlagen hat und andererseits damit verbunden eine innovative Kunstform würdigt“, so Kunstministerin Claudia Schmied. Überreichung ist am 26.Juli in Salzburg. i.w.


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