KHM im Palais Harrach: Ukrainische Gegenwartskunst
Strömungen der Moderne bis zu Aspekten der Postmoderne
Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer
Unter dem Titel "Verkreuzungen - zeitgenössische Kunst der
Ukraine" läuft eine Schau im ersten Stock des Palais Harrach noch bis 16.
September, die eine neue Offenheit durch die verstärkten Kontakte nach
außen und die klassische Abstraktion sowie einen lyrischen Part der
Malerei weit ab vom verhassten "sozialistischen Realismus" merken lässt.
70 Objekte folgen in der Zusammenarbeit des Landes mit dem KHM seit "Gold
aus Kiew" und "Thora und Krone". Zehn Jahre Unabhängigkeit haben auch die
Postmoderne und die neuen Medien ins Bewusstsein der jungen Künstlerinnen
und Künstler gebracht, auch der neue Schwerpunkt Fotografie macht sich
bemerkbar und stülpt sich über die klassischen Außenseiterpositionen der
abstrakten Moderne in verbotener Nachfolge Malewitschs. Plastiken von
Oleg Pinchuk, Leonid Kozlov, Anatoliy Valiyew und Anatol Krivolap in Holz,
Metall und Bronze sind die Farbfeldbilder von Olexandr Klymenko (Dialog
mit Malewitsch), Tiberiv Silvashi (poetisch und in Shaped-Canvas-Form),
Petro Lebedynez bzw. den bewegten, roten Abstraktionen von Olga Petrova
zuzuordnen. Im poetisch, fast monochromen Aspekt der Malerei sind
Oleksiy Lytvynenkos "Zeichen" dem Semiotischen zugewandt, Oleksandr
Zhyvtkovs "Komposition 1 bis 12" bilden eine Gruppe von Struktur- und
Oberflächenuntersuchungen und das Abendmahl Sergiy Zhyvotovs verweist auf
die Expressionisten zurück. Andriy Chebykin begleitet als Grafiker mit
postmodernen Einschüben zurück zu Picasso. Die Dame mit dem schärfsten
Humor, die sich à la Sherman auch als Einstein, Hitler und Lenin
("Lieblingsspielzeuge der Führer") verkleidet, fotografiert und Videos mit
Schrift im Schnee dreht, ist Oksana Chepeleyk; sie ist am weitesten in die
Ästhetik des Westens eingedrungen ohne ihren Eigenwillen einzubüßen. In
einer Installation führt Olexandr Babak in "Parsuma" Fotokopien auf
durchsichtiger Plastikfolie in einer auf allen rezenten Kunstmärkten so
hoch ge- schätzten Technik vor, die von der Decke hängen. Sein Thema ist
mit den sozialen Gegebenheiten der ländlichen Bevölkerung verbunden.
Kuratorin Olga Petrova - auch als Malerin vertreten - hat die Wiener
Bezüge zu ihren KünstlerInnen über einen der wichtigsten Dichter der
Ukraine, der in Wien studierte und den West-Ost-Dialog eröffnete, wie die
Bezüge zu Malewitsch, Kubismus, Malerei pur, Postmoderne und Aktionismus
auch im Katalog erläutert.
Erschienen am: 28.08.2001 |
. |

KHM im Palais Harrach: Ukrainische Gegenwartskunst
Sammlung Essl (Klosterneuburg) : "Dreamtime. Zeitgenössische Aboriginal
Art"
Jüdisches Museum: Judaica der Sammlung Gross
Österreichische Galerie im Oberen Belvedere: Herbert Boeckl
Erzabtei St. Peter in Salzburg: "Kremser Schmidt"
Quer durch Galerien
Kunsthalle Wien im MuseumsQuartier: Eröffnungsschau "Eine barocke Party"
bis 16. September zu sehen
BAWAG Foundation: "Atelier van Lieshout"
Quer durch Galerien
Kunsthalle Krems: Sammlung des Museums am Ostwall








|
. |